Wie ich mein besserer Chef werden kann?

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Wie ich mein besserer Chef werden kann!

von Wolfgang Bretschko

Der eigene Chef zu sein ist einer der wesentlichen Gründe für die Selbstständigkeit. Was zeichnet einen guten Chef aus? Ein guter Chef fordert und fördert. Er ist gut im Organisieren, er ist gut im Einteilen seiner Mitarbeiter. Er weiß, wo die Stärken und Schwächen seiner Mitarbeiter liegen. Er weiß, wann es Zeit ist, eine Pause zu machen. Er weiß, wie wichtig Wertschätzung und Anerkennung sind um ein Unternehmen erfolgreich am Laufen zu halten. Er weiß, dass Erfolge gefeiert gehören.

Als dein eigener Chef bist du es, der all diese Eigenschaften und Fähigkeiten in deiner Person vereint. Du teilst ein und führst aus. Du kennst deine Stärken und Schwächen. Du weißt wann Zeit für eine Pause ist.

Du fragst dich jetzt, kann ich das alles?
Wie gut bin ich als mein eigener Chef?
Wo liegen meine Stärken, wo meine Schwächen?
Wie gut kenne ich mich selbst?

Je besser du dich kennst, desto leichter wird es dir fallen, deine Tage so zu planen und zu gestalten, dass du am Ende des Tages, am Ende der Woche zufrieden zurückblicken kannst. Du wirst den Großteil deiner Aufgabe bewältigt haben. Du wirst zufrieden mit dir und deiner Leistung sein.

Drei Maßnahmen können dir helfen, dein besserer Chef zu werden:

  • Das Good Time Journal hilft dir, dich besser kennen zu lernen
  • Die tägliche Planungseinheit am Abend hilft dir dich besser einzuteilen und zu organisieren
  • Ein einfacher Perspektivenwechsel sorgt für die Verankerung im Hier und Jetzt

Das Good Time Journal

Jeder von uns kennt Aufgaben und Aktivitäten, die leicht von der Hand gehen. Wir vergessen die Zeit und sind motiviert. Das kann ein Gespräch mit einem Kunden bzw. Klienten sein, das wir besonders erfolgreich bewältigt haben. Das kann die Erstellung einer Powerpoint-Präsentation sein, die besonders gut gelungen ist. Wir beenden den Tag und sind einfach zufrieden. Natürlich gibt es auch Tage, da ist einfach der Wurm drinnen. Wir kommen nach Hause, fühlen uns erschöpft, sind unzufrieden und schlecht gelaunt.  Ein Tag, eine Woche bestehen aus vielen unterschiedlichen Momenten, manche sind positiv, manche Momente kosten Energie und rauben uns jede Motivation. Das ist normal. Normal ist auch, dass wir oft so viel um die Ohren haben, dass wir gar nicht weiter darüber nachdenken. In der Regel fragen wir nicht danach, warum dieses Gespräch uns so sehr verärgert hat, warum uns dieser Termin soviel Kraft gekostet hat.

Genau darum geht es beim Good Time Journal. Um Selbstbeobachtung und Selbstreflexion. Es geht darum in die Einzelheiten eines Tages einzusteigen und zu hinterfragen was Spaß macht, was motiviert, was Energie kostet. Die Methode stammt von Bill Burnett und Dave Evans, den beiden Autoren des Buches Buches „Mach was du willst – Design Thinking fürs Leben.“

Das Good Time Journal verbindet die beiden Elemente Selbstbeobachtung und Selbstreflexion.

In einem halte ich die Aktivitäten des Tages fest und vermerke wie engagiert und energiegeladen ich mich bei der Verrichtung der Tätigkeit fühlte. Es empfiehlt sich das Logbuch täglich zu befüllen um soviel wertvolle Informationen wie möglich zu sammeln. Die Form spielt dabei eine untergeordnete Rolle, ob handschriftlich oder mit Laptop, hängt von deinen persönlichen Arbeitsgewohnheiten ab. Wichtig ist das eigene Tun über zwei bis drei Woche genau unter die Lupe zu nehmen und zu verfolgen. Wichtig ist herauszufinden, was mich motiviert und wie ich ticke. Ein Guter Chef kennt die Stärken und Schwächen seiner Mitarbeiter. (Wenn du eine Vorlage für dein Aktivitäten-Logbuch verwenden möchtest findest du hier die PDF-Version: DYL_Good Time Journal Activity Log)

Das zweite Element ist die Reflexion. Dabei geht es darum, ein mal pro Woche dein Aktivitäten-Logbuch durchzulesen und nach Trends, Einsichten und Überraschungen zu suchen. Du kannst das Logbuch auch mit einer Freundin bzw. einem Freund durchgehen und die Ergebnisse diskutieren. Halte die Ergebnisse schriftlich fest, das verhilft zu mehr Präzision.

Sinn und Zweck der Übung ist es, dich besser kennen zu lernen. Je klarer du siehst, was dir gut tut und was nicht, desto besser kannst du deine Tage planen und die Richtung festlegen in die du dich weiter begeben willst.

Die tägliche Planungseinheit am Abend

Ein guter Chef ist gut im Einteilen seiner Mitarbeiter. Er ist gut im Organisieren und Planen . Das ist eine Aufgabe die Zeit braucht. Nimm dir die Zeit. Eine viertel Stunde am Abend reicht um den nächsten Tag zu planen. Ich bin ein Freund der Ivy Lee Methode. Erstelle eine Liste der drei bis fünf wichtigsten Aufgaben für den nächsten Tag, priorisiere deine Aufgaben. Ein wichtiger Schritt ist eine grobe Zeitabschätzung pro Aufgabe. Wieviel Zeit wirst du für die Erledigung der Aufgaben brauchen, wieviel Zeit möchtest du dir für jede einzelne Aufgabe geben. Durch die Zeitabschätzung bekommst du ein immer besseres Gefühl dafür, was du realistisch bewältigen kannst. Plane eine Arbeitseinheit für Routine Tätigkeiten, wie Emails abarbeiten, Social Media Accounts checken usw. ein. Lass ein Zeitfenster am Tag frei, damit du flexibel bleibst und auch mit Unvorhergesehenem gut umgehen kannst. Last but not least denk dran du bist keine Maschine, plane Pausen ein. Mir ist eine längere Mittagspause wichtig, damit ich auch am Nachmittag noch produktiv und vor allem kreativ arbeiten kann. Das hängt von deinem persönlichen Arbeitsrhythmus ab. (Eine kompakte Zusammenfassung der Ivy Lee Methode findest du hier: Huhn_Den Tag meistern Ivy Lee Methode)

Neben der täglichen Planungseinheit am Abend, die erfahrungsgemäß 15 bis 20 Minuten dauert, hat sich auch eine monatliche Planungseinheit bewährt, die dazu dient die größeren Projekte zu planen. Diese monatliche Planungseinheit hilft dir bei der täglichen Priorisierung deiner Aufgaben. Täglich 15 Minuten und einmal pro Monat 1 1/2 Stunden reichen um dich zum Meister im Planen und Organisieren zu machen.

Der Perspektivenwechsel ins Hier und Jetzt

Ziele sind wichtig um dem eigenen Tun eine Richtung zu geben. Als Selbstständige, als Unternehmer arbeiten wir sehr viel mit Zielen. Ich halte das für gut und wichtig. Die Beschäftigung und die Arbeit mit Zielen hat wie viele Dinge im Leben zwei Seiten.  Da Ziele in der Zukunft liegen, bringen sie uns weg vom Hier und Jetzt. Sie markieren auch eine Kluft zwischen dem Hier und Jetzt, sie zeigen ein Defizit auf, etwa was wir noch nicht erreicht haben. Wirksam können wir aber nur im Hier und jetzt werden. Daher ist es wichtig, dass wie uns immer wieder im Hier und Jetzt verankern.

Das geht durch einen einfachen Perspektivenwechsel. Nütze die tägliche Planungseinheit um zurückzublicken.  Was ist am heutigen Tag alles gut gelungen, was konntest du alles zufriedenstellend erledigen. Nutze die monatliche Planungseinheit um dir bewusst zu werden, was du alles geschafft hast, welche Klippen du umschiffen konntest, welche Probleme du bewältigen konntest, wie weit du auf deinem Weg schon vorangekommen bist. So kommst du immer wieder zurück ins Hier und Jetzt. So wirst du auch öfter feststellen, dass es Zeit ist den einen oder anderen Erfolg zu feiern.

Gute Chefs wissen, wann es Zeit zum Feiern ist!

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entreprenuer

 

Zusätzliche Ressourcen:

Wie mir die Änderung der Blickrichtung zu einem Aha-Erlebnis verhalf

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