Wie du Kreativität trainieren kannst

550 210 Wolfgang (Cocoquadrat)

Wie du Kreativität trainieren kannst

von Wolfgang Bretschko

Wie kreativ waren die verantwortlichen Politiker (weltweit) bei der Bewältigung der Coronakrise. Beinahe weltweit wurde auf ein altbewährtes Mittel zurückgegriffen, auf Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen. Während der Pandemie der Spanischen Grippe im Jahr 1918 wurde bereits auf Ausgangssperren, Quarantäne und Isolation gesetzt. Was haben wir in den letzten 100 Jahren dazugelernt? Wie kreativ waren die gewählten Lösungen? Sollten wir im Jahr 2020 nicht schlauere Lösungen parat haben? Haben wir nicht ganz andere technische Möglichkeiten wie im Jahr 1918?

Erfolgreiche Unternehmer/innen sind in der Lage immer wieder kreative Lösungen für Probleme zu finden. Erfolgreiche Unternehmen sind das Ergebnis von Kreativität und Innovation. Nicht nur in Zeiten von Corona können sich die Rahmenbedingungen täglich ändern und wir sind gefordert neue Wege zu finden und zu gehen. Erfolgreiches Unternehmerdasein und Kreativität sind Zwillinge, die sich wechselseitig brauchen. Ohne Kreativität ist erfolgreiches und krisenresistentes Unternehmertum schwer vorstellbar.

Kreativität ist eine faszinierende Ressource.

Ich koche gerne und leidenschaftlich. Ein großer Teil meines Bücherregals ist gefüllt mit Kochbüchern. Es gab eine Zeit da konnte ich eine Buchhandlung nicht ohne ein neues Kochbuch verlassen. Seid es Foodblogs gibt hat diese Sucht ein wenig nachgelassen. Man möchte meinen, dass zum Thema Kochen schon alles gesagt ist, dass jedes Gericht und jedes Rezept schon zigfach veröffentlicht wurde und es keine neuen Kochbücher mehr braucht, dennoch gibt es laufend Neuerscheinungen. Es braucht sehr viel Kreativität um in einem derart übersättigten Markt noch erfolgreich sein zu können.

Während die meisten Ressourcen mit denen wir wirtschaften, begrenzt sind, ist Kreativität eine unbegrenzte Ressource. Sie kennt keine Grenzen. Kreativität ist erlernbar. Übung macht den Meister. Kreativität ist eine der wichtigsten Ressourcen, wenn es darum geht Probleme zu lösen.

Ich möchte mich dem Thema Kreativität aus vier unterschiedlichen Perspektiven annähern:

I Denken: Thinking outside the box

Kreativität heißt Denken in Alternativen und Chancen. Es geht darum die gewohnten Denkmuster zu verlassen, eine andere Perspektive zu wählen, ungewohnte Perspektiven zu suchen, ungewohnte Zusammenhänge und Verknüpfungen herzustellen.


Copyright: Cristoph Niemann / Sunday Sketching

Christoph Niemann ist ein Meister, wenn es darum geht ungewohnte Zusammenhänge und Verknüpfungen herzustellen. Er ist eine Quelle an Inspiration. Ich liebe seine Kreationen. Sein Buch „Sunday Sketching“ kann ich wärmstens empfehlen.

Sollte jetzt bei dir der Gedanke aufkommen, so kreativ bin ich nicht und werde ich nie sein, solche Ideen kommen mir nie, dann ist es Zeit den Dialog mit deinen inneren Kritiken aufzunehmen, die dich davon abhalten einfach kreativ zu sein. Dein Denken bestimmt die Grenzen deiner Kreativität. Ein Gedanke ist nur ein Gedanke und du hast die Macht ihn zu ändern. Gibt dir die Erlaubnis kreativ zu sein. Jeder Mensch wird mit einem gewissen Maß an kreativen Fähigkeiten geboren, und die Mehrheit unserer kreativen Fähigkeiten ist trainierbar.

Christoph Niemand beschreibt diese Situation sehr anschaulich: „Als mir klar wurde, dass meine Ängste (bzw. Gedanken) die Qualität der Arbeit beeinträchtigen, beschloss ich etwas zu unternehmen.“ Seine Lösung: Übung, Übung, Übung.

II Planen: Profis haben einen Zeitplan

Kreativität ist planbar. Nimm dir die Zeit, die du brauchst um nach Lösungen zu suchen. Von James Clear stammt die Aussage: Amateure warten darauf, bis sie sich inspiriert fühlen. Profis haben einen Zeitplan. Für das Erstellen eines Blogbeitrages braucht es kreative Einfälle, eine Portion Kreativität. Wenn ich drauf warten würde bis ich motiviert und inspiriert bin, würde ich eher unregelmäßig bis sehr selten einen Blogbeitrag verfassen. Wöchentlich plane ich mir daher die Zeit für die Verfassung des Blogbeitrages ein und starte zum geplanten Zeitpunkt.

III Tun: Gib dir die Erlaubnis Müll zu produzieren

Einfach tun. Ich fange einfach an den nächsten Blogbeitrag zu schreiben. Ich beginne mit einem Brainstorming, welches Thema ich behandeln werde. Ich erstelle eine erste Storyline. Am wichtigsten dabei:

Ich gebe mir die Erlaubnis auch Müll zu produzieren.

Daran führt kein Weg vorbei. Manchmal braucht es 3 – 4 Anläufe damit ein neuer Blogbeitrag entsteht. Wichtig ist es die Gedanken zu Papier zu bringen, etwas zu produzieren. Der erste Entwurf muss noch nicht perfekt sein. Die erste Lösung für ein Problem muss noch nicht die weltbewegendste Innovation sein. Zunächst geht es darum ins Tun zu kommen und erste Ergebnisse zu schaffen. Damit beweist du dir selbst, dass du das Zeugt hast, etwas zu produzieren, zu kreieren.

Wenn du etwas Nützliches, Überzeugendes, Neues schaffen willst, verhalte dich wie ein Goldgräber. Du siebst Erde und Gestein Stunde um Stunde, nur um nach einem Tag ein Goldstück in der Mitte des Ganzen zu finden. Wie bei vielen Aktivitäten, führt konsequentes Handeln zum Erfolg. Wer immer und immer übt, wir beständig besser.

IV Ruhen: Kreative Pausen

Ich habe festgestellt, dass ich weiter komme, wenn ich einen Blogbeitrag nicht in einem Stück erarbeite, sondern mindestens zwei Arbeitseinheiten dafür einplane und einen Tag dazwischen verstreichen lasse. Es findet ein Sickerprozess statt, die Ideen werden klarer. In der Zwischenzeit entstehen neue Gedankenverbindungen. Ich lasse das Unterbewusstsein für mich arbeiten. Das Prinzip der selektiven Wahrnehmung führt manchmal dazu, dass mir Artikel oder Zitate auffallen, die zum gewählten Thema passen.

Wenn es darum geht schwierige Probleme zu lösen kann es sehr hilfreich sein, das Problem wegzulegen, sich eine Zeit lang nicht damit zu beschäftigen. Suche dir eine andere Arbeit eine andere Aktivität. Gehe laufen oder wandern, treffe dich mit Freunden oder koche. Oft hilft es eine Nacht darüber zu schlafen. Der Schlaf kann nachgewiesener Maßen helfen, die kreative Problemlösungskompetenz zu fördern. Vertraue auf dich und deine Fähigkeiten. Wenn du dich wieder mit dem Thema, der Aufgabe, dem Problem beschäftigen wirst, werden Ideen mit neuer Energie zurückkommen oder entstehen. Du wirst einen Geistesblitz haben und einen neuen Zugang gefunden haben.

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entrepreneur

 

2 Kommentare
  • Alexandra Fiedler-Lehmann
    Beantworten

    Die besten Ideen kommen mir dann, wenn ich loslasse. Es ist wichtig sich mit sich mit der Problemstellung und den Rahmendingungen aktiv und geplant zu beschäftigen. Aber die Lösung kommt beim Spazierengehen, beim Kochen wie du schon sagtest, oder wenn ich meinen Geist über die Landschaft vor meinem Fenster schweifen lasse.

    • Wolfgang (Cocoquadrat)
      Beantworten

      Das Loslassen-Können wird viel zu sehr unterschätzt, ob kreative Ideen oder Zielen. Nach der intensiven Beschäftigung mit einem Thema führt das Loslassen zu einem Sicker- und Klärungsprozess. Ich vertraue dabei auf die Macht des Unterbewusstseins.

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