Wie deine inneren Feinde und Freunde deine Motivation beeinflussen

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In diesem Blogbeitrag erfährst du,

  • welche inneren Mitstreiter dir das Leben schwer machen können
  • wie du mit ihnen umgehen kannst
  • und was das alles mit Motivation zu tun  hat

Gastbeitrag von Johanna Leopold

Wie deine inneren Feinde und Freunde deine Motivation beeinflussen

Wer treibt dich an? Warum schiebst du manche Dinge ewig vor dir her und traust dich nicht drüber? Oft stehen wir uns selbst im Weg und wissen nicht warum. Wir führen einen inneren Dialog, manchmal bewußt, sehr oft unbewußt. Mit einem Überblick über deine inneren Freunde und Feinde sollst du mehr Verständnis für sie bekommen und deinen Umgang mit ihnen verändern.

Der Antreiber

Der Antreiber will immer mehr, mehr Geld, mehr Prestige, „besser, schneller, weiter, koste es was es wolle! Rücksichtslos was eigene Ressourcen betrifft, rücksichtslos was die eigene Gesundheit betrifft, rücksichtslos was das Ausnutzen zum eigenen Vorteil betrifft. Es muss immer noch ein bisschen mehr sein.

Es gibt nur eine Richtung und das ist die Pfeilrichtung nach vorne, ohne Pausen oder Umwege! Der Pfeil ist zwar zielgerichtet, dieses wird aber nie erreicht. Das Ziel rückt immer wieder ein Stück weiter davon, kurz vor Erreichen des Zieles, rückt ein neues höheres Ziel ins Blickfeld, das es zu erreichen gibt.

Der innere Kritiker

Dem inneren Kritiker ist nichts gut genug. Was ich auch tue, wie ich es mache, wie ich mich dabei anstrenge, es ist immer zu wenig. Es hätte immer noch besser sein können. Ich hätte noch mehr lernen, mich noch intensiver vorbereiten, alle möglichen Fehlerquellen noch genauer abwägen können.  Dem Kritiker wird es immer zu wenig sein, und für eine „Sehr gute“ Leistung gibt es immer noch einen Nachsatz nach dem Lob: Ja, aber du hättest…

Der Katasprohierer

Der Katastrophierer malt alles schwarz, wertet alles ab und verweigert grundsätzlich alles und traut mir aber schon überhaupt nichts zu. Bei ihm gibt es kein breites Spektrum an Möglichkeiten, sondern nur einen Punkt und der ist immer der worst case!

Der Innere Vermeider

Der innere Vermeider will mich vor schlechten Erfahrungen, vor negativen Erlebnissen und vor Dingen beschützen, die nicht gut für mich sind. „Lieber eine Erfahrung nicht machen, als eine negative Erfahrung zu machen ist sein Credo“, oder „nur kein Risiko eingehen“

Der Harmoniesüchtige

Der Harmoniesüchtige meint, damit dass er jeden Konflikt vermeidet, wird er überall beliebt und gern gesehen sein. Das mag zwar teilweise so sein, geht aber immer auf Kosten der eigenen Persönlichkeit.  Eigene Bedürfnisse werden zurückgesteckt und unterdrückt um nur ja nicht aufzufallen. Lieber nichts sagen, keine Meinung haben oder gar gegenteiliger Meinung zu sein um nur ja nicht bei irgendwem in Ungnade zu fallen!

Wann warst du das letzte Mal absolut nicht motiviert eine wichtige Arbeit zu erledigen,  einen schwierigen Termin wahrzunehmen, Sport zu machen, etwas für deine Familie zu tun, dir einfach eine Auszeit zu gönnen? In solchen Situationen debattieren unsere inneren Mitstreiter- die einen sagen, du musst, die anderen malen sich alle möglichen negativen Szenarien aus, was alles sein könnte, wenn… usw.

Oft sind wir im Widerstreit mit unseren inneren Freunden und Feinden, wir lassen uns durch sie aus dem Gleichgewicht bringen. Oft können sie uns den Tag ordentliche vermiesen und uns jeglicche Motivation rauben.

  • Muss ich mit meinen inneren Vermeidern, Katastrophierern, Kritikern, Antreiber und Harmoniesüchtigen aber in die Auseinandersetzung gehen?
  • Muss ich mich gegen sie wehren oder auflehnen?
  • Muss ich mich immer gegen sie rechtfertigen?

Manchmal in diesen Situationen kannst du ganz bewusst mit einsteigen und deinen inneren Antreibern-Freunden-Feinden ihren Platz lassen und sich ausbreiten lassen.

  • Du kannst mit ihnen in den Dialog treten, kannst ihnen zustimmen.
  • Du kannst deiner miesen Laune, deiner Unlust freien Lauf lassen.
  • Du kannst das auch aussprechen.
  • Du kannst zulassen, dass du etwas nicht tun magst.
  • Du kannst zulassen, dass  etwas 100% sein soll, es aber auch aushalten, wenn es nicht so ist.
  • Du kannst deinem Vermeider oder Harmoniesüchtigen sagen: ja, ich höre deine Warnung, ich habe aber eine andere Richtung beschlossen und will heute meine Meinung sagen!
  • Du kannst deinem Katastrophierer sagen, ja du malst alles schwarz, ich aber wage etwas und gehe ein Risiko ein.

Motivation entsteht,

  • wenn in diesen Auseinandersetzungen unseres inneren Regiments der Teil gewinnt, der uns positiv vorantreibt,
  • wenn sich diese inneren negativ und positiv Bewerter gegenseitig in Schach halten und (in der Vorstellung) miteinander intensivst diskutieren und wir innerlich von der Sinnhaftigkeit und Nützlichkeit einer Sache überzeugt werden, die wir dann angehen, die wir dann tun!

Wenn wir einmal nicht motiviert sind, und uns nicht aufraffen können, etwas Neues zu wagen oder den nächsten Schritt zu tun dann haben die Verhinderer, Katastrophierer oder Vermeider gewonnen. Von Zeit zu Zeit schadet es auch nicht einfach Stopp zu sagen und deinen inneren Kritikern die Grenzen aufzuzeigen.

 


Autorin: Johanna Leopold
Psychotherapeutin / Msc. Integrative Therapie, Coaching, Selbständig in Praxis seit 2015.
www.meinepsychotherapeutin.at

 

 

Ressourcen:
Jochen Peichl (Autor)
Rote Karte für den inneren Kritiker
Kösel

Bryon Brown (Autor)
Befreiung vom inneren Richter
J. Kamphausen Verlag