Wie aus Wünschen Ziele werden und was es braucht um sie zu realisieren

1080 763 Wolfgang (Cocoquadrat)

In diesem Blogbeitrag erfährst du,

– was der Unterschied zwischen  Zielen und Wünschen ist

– warum dein Wille ausschlaggebend für die Realisierung ist

– welche  Fragen du dir stellen solltest um die Ernsthaftigkeit deiner Ziele zu prüfen

von Wolfgang Bretschko

Wie aus Wünschen Ziele werden und was es braucht um sie zu realisieren

Zufällig bin ich über ein Buch gestolpert, das mich gleich in seinen Bann gezogen hat. Der Autor Erling Kagge hat als erster Mensch alle drei Pole bezwungen, den Nordpol, den Südpol und den Mount Everest. In seinem Buch „Gehen – weiter gehen“ schreibt er über seine Leidenschaft das Gehen. Es geht dabei um seine Expeditionen und seinem Umgang mit Zielen und um sich selbst. Ein Zitat darin hat mich zum Nachdenken über meine Ziele, die ich mir für das heurige Jahre vorgenommen habe gebracht:

„Es kommt selten etwas Gutes dabei heraus, zu viel an das Ziel zu denken und zu oft danach zu fragen.“

Der Jänner ist sehr oft der Monat in dem ich Bilanz ziehe. Der Jänner bietet die Gelegenheit für einen kritischen Blick zurück und einen hoffnungsvollen Blick nach vor. Als Unternehmer bin ich wieder um einige Erfahrungen reicher. Manches was im letzten Jahr nicht so gut geklappt hat, möchte ich im heurigen Jahr besser und anders machen. Auf den Erfolgen des letzten Jahres kann ich gut aufbauen. Auf Basis der Ergebnisse und Erfahrungen lege ich meine Ziele für das neue Jahr fest.

Bei dieser alljährliche Übung hat mir ein Mail eines Freundes zu einer neuen Perspektive verholfen. Er zitiert darin den Schweizer Philosophen Peter Bieri und sein Buch „Das Handwerk der Freiheit – Über die Entdeckung des eigenen  Willens“. Bieri beschreibt in seinem Buch den Unterschied über das Wünschen und das Wollen. Er ist der Meinung, dass man sich viele Dinge wünschen, aber nicht alle Dinge wollen kann. Ein Wunsch kann zum Beispiel darauf abzielen, den Umsatz zu verdoppeln, 2 mal pro Monat einen Blogbeitrag zu schreiben, einen Marathon zu rennen, oder den Mount Everest zu besteigen. Ich kann mir diese Dinge auch gleichzeitig wünschen. Damit ein Wunsch aber zum Willen wird, muss er realisierbar sein, das heisst es muss überhaupt möglich sein ihn zu erfüllen und zusätzlich muss man sich dazu entschieden haben, diesen Wunsch zum Willen zu machen. Wille bedeutet für Bieri, dass man sich entschieden hat etwas durchzuziehen und die Voraussetzungen schafft, dies auch schaffen zu können.

Das ist für mich einer der wesentliche  Punkte, die Schaffung der notwendigen Voraussetzungen, um etwas schaffen zu können. Nehme ich mir ein Ziel vor, schaffe aber die Voraussetzung für die Realisierung nicht, lege ich damit den Grundstein für ein zukünftiges Frustrationserlebnis.

Habe ich die notwendigen Ressourcen um meine Wünsche bzw. Ziele zu realisieren?

Neben den materiellen Ressourcen denke ich dabei auch an die notwendigen persönlichen Ressourcen. Ich kann mir wünschen den Skiweltcup zu gewinnen, ich kann sogar zum Trainieren beginnen. Wenn ich eine gewisses Alter überschritten habe wird dies dennoch unmöglich sein. Ich kann auch das Geld und die Zeit dafür haben, aber meine persönlichen Ressourcen, meine Fitness und körperliche Belastbarkeit werden dazu nicht reichen.

Damit wir unsere Ziele erreichen können, sollten sie über das Stadium des Wunsches hinausgehen. Um sie realisieren zu können, sollte ich mir im Klaren über die notwendigen Voraussetzungen sein, ich sollte bereit sein Zeit und Geld einzusetzen und ich sollte mir auch insbesondere darüber im Klaren sein, ob ich die persönlichen Voraussetzungen mitbringe um mein Ziel erreichen zu können. Manchmal nehme ich mir zu viel vor und meine  Wünsche konkurrieren um Zeit und Aufmerksamkeit.

Wir leben in einer Zeit, in der uns sehr oft suggeriert wird, dass alles möglich ist, wenn man sich genügend anstrengt. Wenn wir durch den Newsfeed von Facebook scrollen, finden wir unzählige Angebote, die uns den Weg zu einer Million Umsatz in einem Monat zeigen wollen. Eine Erfolgsmeldung jagt die andere. Zurück bleibt das schale Gefühl, warum gelingt mir das nicht. Zurück bleibt der Wunsch auch  zu dieser Facebook-Erfolgsblase zu gehören. Es gehört Mut dazu, zu vielen dieser Wünsche einfach nein zu sagen, weil sie nicht realisierbar sind und weil sie nicht umsetzbar sind.

Es gehört Mut dazu, die eigenen Grenzen zu respektieren.

Was ich für mich aus all dem mitnehme: Ziele brauchen meinen

  • unbedingten Willen zur Umsetzung und zum Tun, sie brauchen
  • einen Aktions- und Maßnahmenplan für  die Umsetzung und sie brauchen vor allem
  • die materiellen und persönlichen Ressourcen für ihre Realisierung.

Wenn du auf deine Ziele für das heurige Jahr schaust, stell dir ein paar Fragen:

  • Will ich das wirklich, oder ist es lediglich ein Wunsch?
  • Bringe ich die notwendigen persönlichen Voraussetzungen mit?
  • Kann ich meine Stärken entsprechend einsetzen?
  • Was sollte ich noch lernen?
  • Bin ich bereit die notwendigen Strapazen auf mich zu nehmen?
  • Bin ich bereit für die Realisierung meiner Ziele auch meine persönliche Komfortzone zu verlassen?

Wenn du für dich die Entscheidung getroffen hast deinen Weg zu gehen, deine Ziele zu verfolgen, dann wird es Zeit das Ziel wieder loszulassen.

Denn wie Erling Kagge schreibt:

„Es kommt selten etwas Gutes dabei heraus, zu viel an das Ziel zu denken und zu oft danach zu fragen.“

Mehr zum Thema loslassen findest du in meinen Blogbeitrag:
Lass deine Ziele Los und konzentriere dich auf deinen Weg

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

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