Wenn der Zufall Regie führt: Wolfgang Bretschko erzählt wie ihn COCOQUADRAT gefunden hat

385 508 Dominik (Cocoquadrat)

Vor einem Jahr bin ich für 6 Wochen nach San Francisco aufgebrochen um Ideen und Inspirationen für meine berufliche Zukunft zu suchen. Zuvor hatte ich meinen Vorstandsjob bei der Styria Media Group an den Nagel gehängt, weil ich der Meinung war, dass 20 Jahre Management in unterschiedlichen Führungspositionen genug sind und das Leben auch noch anderes zu bieten haben sollte.

Ich stieg mit einem flauen Gefühl aus dem Flugzeug am Airport in San Francisco aus. Auf mich alleine gestellt für 6lifebeginsattheendofyourcomfortzone Wochen im Silicon Valley zu verbringen, war eine neue Erfahrung, zumal ich gewohnt war, dass derartige Reisen immer gut organisiert und zeitlich eng getaktet waren. Jetzt war ich nicht mehr Vorstand eines Medienkonzerns, sondern einfach nur ich, alleine in San Francisco. Wie heißt es so schön: Wenn du etwas lernen willst musst du die Komfortzone verlassen, das hatte ich definitiv getan, und so fühlte es sich für mich an.

Dabei machte ich die Erfahrung, dass es etwas anderes ist schlaue Managementsprüche von sich zu geben, oder sie am eigenen Leib auszuprobieren.

Was ich suchte und zu finden hoffte, wusste ich nicht so genau. So begab ich mich am ersten Morgen in San Francisco zunächst auf die Suche nach einem Frühstückslokal. Schon diese Suche gestaltete sich schwieriger als erwartet, den ich wollte mich in keinen Starbucks setzen. Das erste Cafe in das ich mich setzte, entpuppte sich bald als ein Coworkingspace gepaart mit einem Coffeeshop, sodass ich das Lokal gleich wieder verließ. Diese erste, zufällige und nicht geplante Kontaktaufnahme mit der lokalen Startup-Szene sollte sich als folgenschwer entpuppen.

In den folgenden Wochen lernte ich Startups, VC-Fondmanager und Angel Investoren kennen und die Zeit verging wie im Flug. Meine Sorge, dass ich nach drei Wochen nicht mehr wissen würde, was ich tun sollte, stellte sich als unbegründet heraus. Die eigene Komfortzone zu verlassen erwies sich als spannender und lehrreicher als erwartet. Was ich bei diesen Terminen allerdings nicht fand, war die zündende Idee für meine neue berufliche Ausrichtung. Und so wurde ich langsam etwas nervös und setzte mich selbst unter Druck. Mich und andere unter Druck zu setzen, war etwas, was ich in den 20 Jahren als Manager gut gelernt und erfolgreich angewendet hatte.

Immer wieder kam ich allerdings bei jenen Lokal vorbei, das ich am ersten Morgen in San Francisco zufällig betreten hatte, dem Workshopcafe.

Und je öfter ich dort vorbei kam, desto klarer spürte ich in mir, das ist es, was ich machen möchte. So nahm ich mit dem Gründer Kontakt auf, plauderte mit ihm und machte mir Gedanken, wie ich diese Idee auch in Wien umsetzen könnte.

Auf dem Rückflug von San Francisco wusste ich, das ich zumindest einen Versuch starten würde, auch in Wien ein neuartiges Coworkingkonzept umzusetzen. Es blieb nicht beim Versuch, bald konnte ich Mitinvestoren von der Idee begeistern und ein geeignetes Mietobjekt finden.

Was ich heute weiß: Nicht ich habe die Idee gefunden, die Idee hat mich mich gefunden.

coco bushaltestelle  

    „Wenn du offen bist für Neues, wird dich das Neue finden“