Vergiss nicht auf deine mentale Gesundheit zu schauen – aktiviere dein Schutzschild!

1080 721 Wolfgang (Cocoquadrat)

Vergiss nicht auf deine mentale Gesundheit zu schauen – aktiviere dein Schutzschild!

von Wolfgang Bretschko

Mein Tagesablauf sieht aktuell so aus: In der Früh, gleich nach dem Aufstehen nutze ich die Nachrichten-Apps von Der Standard, Süddeutscher Zeitung und The Guardian. Den Standard lese ich um zu wissen, was in Österreich los ist, die Süddeutsche Zeitung um zu sehen wie unser größter Nachbar mit dem Virus umgeht. Den Guardian verfolge ich um das weltweite Geschehen im Blick zu behalten. Oft höre ich mir noch das Ö1 Journal am Morgen an. Am frühen Nachmittag höre ich das Ö1 Mittagsjournal nach. Zwischendurch checke ich den Newsfeed auf Facebook. So geschehen auch letzten Dienstag. Nachdem ich das Mittagsjournal mit der geballten Ladung an Negativmeldungen zur weltweiten Ausbreitung des Corona Virus zu Ende gehört hatte, spürte ich wie jede Energie von mir gewichen war. Die Wucht der negativen Botschaften hat mich erschlagen und hat mir jede Motivation geraubt. In meinen Gedanken entwickelte sich ein Negativszenario nach dem anderen. Die Aufgaben, die ich mir für den Nachmittag vorgenommen hatte, konnte ich nur noch mit Mühe erledigen.

Als ich am Tag darauf das Posting „Zum Schutz der Bevölkerung: Regierung schließt oe24.at bis 3. April“ auf Facebook sah, habe ich ein wenig gebraucht bis ich realisierte, dass es sich um einen satirischen Beitrag der „DieTagespresse“ handelte. Zu realistisch klang für mich die Subheadline:

„Die Corona-Panik breitet sich in Österreich immer weiter aus. Bereits mehr als 700.000 Menschen sind laut aktuellem Stand mit Falschmeldungen infiziert und leiden an Paranoia, Panikattacken und chronischen Angstzuständen. Die Regierung zieht jetzt die Notbremse und schließt oe24.at bis 3. April.“

Dieses Posting war für mich der Weckruf, meinen Medienkonsum zu überdenken. Mehr denn je werden wir in den letzten Tagen auf allen verfügbaren Kanälen von Negativbotschaften und Negativszenarien überflutet, dazu mischen sich Falschmeldungen und Verschwörungstheorien. Wie kann ich damit umgehen? Wie kann ich mich davor schützen? Wie kann ich verhindern eine negative Spirale in Gang zu setzen? Wie kann ich handlungsfähig bleiben?

Wir alle sind aktuell dazu aufgefordert uns in Selbstisolation zu begeben und unsere Tätigkeiten soweit wie möglich im Home-Office zu erledigen. In diesem Zusammenhang wird sehr viel über Selbstdisziplin und Selbstmanagement geschrieben und gesprochen. Wie organisiere ich meinen Tag im Home-Office? Ich sammle meine Aufgaben, setze Prioritäten, formuliere Ziele für den Tag, plane die Umsetzung, checke wie ich vorankomme und so weiter. Ja, Selbstdisziplin und Selbstmanagement sind wichtig!

Zusätzlich brauche wir einen neuen und bewussteren Umgang mit der Flut an negativen Botschaften. Mir scheint, dass dieser Aspekt aktuell viel zu kurz kommt und er wird essentiell für die Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Krise werden. Wir müssen uns gegenüber den Negativbotschaften abgrenzen. Physisch geht es darum Immunität gegenüber dem Virus aufzubauen, einzeln und als Gesellschaft. Psychisch braucht es ebenfalls eine Immunisierung einzeln und als Gesellschaft.

1.) Reduziere die Anzahl der negativen Botschaften die auf dich einprasseln

Es geht nicht darum mich einzuigeln und den Kontakt zur Realität zu verweigern, sondern um einen bewussteren und disziplinierten Umgang.  Es reicht einmal pro Tag die aktuelle Lage auf den verfügbaren Kanälen zu checken. Ich versäume nichts, wenn ich mich nicht laufend dem Nachrichtenstrom aussetze. Zumal ich viele Entwicklungen nicht beeinflussen kann und sie daher nur zu Kenntnis nehmen kann. Sollte tatsächlich etwas passieren, was den Lauf der Geschichte dramatisch verändert, werde ich es mit Sicherheit erfahren, auch wenn ich nur einmal am Tag die Nachrichten checke. Diese Krise wird uns noch länger beschäftigen, daher ist es umso wichtiger ein Schutzschild gegen Negativbotschaften und Negativszenarien aufzubauen und das funktioniert am besten durch eine Reduktion der Medienkontakte.

In meiner Jugend war ich ein Fan von Raumschiff Enterprise. Immer wenn es gefährlich wurde und ein Angriff auf das Raumschiff drohte, gab Captain Kirk den Befehl das Schutzschild zu aktivieren. Jetzt ist es an uns unser Schutzschild zu aktivieren!

2.) Vertraue auf die Offenheit der Zukunft

Die Zukunft ist offen. Wir wissen nicht was morgen sein wird. Wir wissen nicht was nach Ostern, im Sommer sein wird, im Positiven wie im Negativen. Zur Zeit scheint es nur in eine Richtung zu gehen. Die Zahl der Infizierten steigt, die Zahl der Toten steigt. Es gibt Prognosen und Vorhersagen, die den Eindruck vermitteln es kann nur schlechter werden. Tatsächlich weiß niemand, wie es weiter geht. Und wir neigen dazu das Negative, insbesondere wenn es lebensbedrohend ist überzubewerten. Allzu leicht übersehen wir, dass nicht nur das Negative exponentiell wachsen kann, sondern auch das Positive. Die Zukunft ist noch nicht geschrieben, weder im Negativen noch im Positiven.

3.) Suche bewusst das Positive – jeden Tag

Wir werden diese Krise überleben, es wird ein Morgen geben. Wir wissen heute nicht wie dieses Morgen aussehen wird. Jeder von uns hat Einfluss auf dieses Morgen. Am Beginn stehen unsere Gedanken. Mit unseren Gedanken, Worten und Handlungen nehmen wir Einfluss auf das Morgen. Die Chancen und Möglichkeiten werden aktuell durch allzu viele negative Botschaften und Szenarien zugeschüttet.  Das  Positive liegt nicht offen vor uns. Es braucht eine bewusste Beschäftigung damit. Ich habe mir vorgenommen, mich nun jeden Tag bewußt 1 1/2 Stunden mit der Zukunft zu beschäftigen und das Positive zu suchen. Dazu kann ich im Internet recherchieren. Ich kann mich einem Thema widmen und ich kann eine Mind Map erstellen. Ich kann mich beim Spaziergang von der Natur inspirieren lassen. Die Zeit dafür habe gewonnen, weil ich meinen Nachrichtenkonsum deutlich reduziere.

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

(Talmud)

Alles Gute für die kommenden Wochen! Bleib gesund!

Titelbild: DieTagespresse / dietagespresse.com

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

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