Vaida Saltenyte im COCOinterview

696 531

Wer ist Vaida Saltenyte?

Vaida ist Litauerin, lebt seit viereinhalb Jahren in Wien, hat im September 2015 ein Einzelunternehmen gegründet und seitdem genießt sie jeden Tag die Ups and Downs des Entrepreneurship.

 

Wer oder was hat dich dazu bewegt, zu tun, was du tust? Warum hast du dich für eine relativ unkonventionelle Art des Arbeitens entschieden?

In meiner ehemaligen Arbeitsstelle gab es keine Möglichkeit, mich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Ich wollte immer etwas finden, was mir Spaß macht und mich bewegt.

Am Schnellsten wächst man, wenn man viel lernt, gefordert ist und neue Sachen ausprobiert.

All das macht man, wenn man selbstständig ist. Wenngleich jeder Mensch Erfahrungen hat, beginnt jeder bei Null. Ich konnte Knowhow aus dem Bereich Costumer Support mitbringen und habe mir über Youtube viele technische Skills beigebracht, aber wie man ein Unternehmen gründet und worauf man besonders achten muss, wusste ich nicht.

Auf einmal trägt man fünfzig Hüte und muss mit ihnen auch noch tanzen können. Genau weil es so schwer ist, gefällt es mir so gut!

 

Frauen in der Techszene. Ist das noch ein Thema oder schon selbstverständliche Realität?

Es ist gewiss ein Thema, dass es weniger Frauen in der Technszene gibt. Ich selbst führe ein technisches Startup und komme direkt mit meinen Kunden und ihren Fähigkeiten in Kontakt. Ich muss sagen, dass sich Frauen eher weniger dafür interessieren und dadurch auch weniger Kenntnisse erwerben.

Frauen verdienen weniger, weil sie nach kleineren Gehältern fragen. Außerdem wird von Frauen oft nicht erwartet, dass sie die Karrierestufen hinaufklettern zu wollen. Ich denke, es ist wichtig, dass Frauen sich bewusst in den Vordergrund stellen, offen sind und auf sich aufmerksam machen. Frauen müssen sagen, dass sie Expertinnen sind. Oft wollen Frauen eher gesehen und eingeladen werden. Männer kommen und nehmen sich, was sie wollen.

13055704_1692974227613990_1672798048928849824_o

 

 

Du arbeitest remote, du fährst zu deinen Kunden, du bist flexibel. Wie kann man sich deinen Alltag vorstellen?

Nicht zu Hause zu arbeiten hat absolute Priorität. Zu Hause habe ich meinen Ruheort, meine Oase, meine Erholungsphasen. Wenn ich produktiv sein will, arbeite ich in Kaffeehäuser, in Coworkinspaces und wenn das Wetter passt auch in Parks.

Ich schätze es, wenn sich jeden Tag die Plätze ändern. Ich will nicht immer am gleichen Tisch sitzen.

Die Umgebung wechseln zu können, regt mich an. Ich bin produktiver und motivierter.

 

Wie sieht deine perfekte Arbeitsumgebung und Arbeitsplatzbedingung aus?

Egal wo ich arbeite, es ist wichtig, dass ich in Ruhe und ungestört bin. An Coworkingspaces gefällt mir diese Vielfältigkeit.

Ich kann ungestört und konzentriert tätig sein, mich gewissermaßen verstecken, aber auch jederzeit aus meinem Versteck schlüpfen und mich austauschen.

Das alles unter einem Dach vereint, entspricht einer feinen Linie zwischen einem Büro, das kein Büro ist. Ein Coworkinspace ist ein Ort, der nicht nur für Arbeit steht, sondern auch für Austausch, Gemeinschaft und eine produktive Atmosphäre durch die Anwesenheit anderer. Ich muss nichts mit ihnen zu tun haben, aber ihr Dasein motiviert mich. Alle teilen eine Mentalität, eine Einstellung.

 

Als du ein Kind warst, wolltest du … werden?

Fashiondesignerin.

 

In zwanzig Jahren willst du … sein?

Genau so wie jetzt. Neugierig. Unruhig. Ständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

 

Vaida ist Gründerin von Technergic (Handyreparatur vor Ort), schreibt für 150sec.com Artikel über österreichische und litauische Tech Stratups. Außerdem hilft sie bei ExtraSauber.at im Bereich Marketing und Operations.

 

Fotocredits: Sektor 5, Cocoquadrat.