Urlaub nehmen, nicht brauchen.

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In diesem Blogbeitrag erfährst du,

  • warum du den Urlaub nicht in 5 Wochen pressen musst
  • wie du dir laufend eine Minidosis Urlaub in deinen Alltag holen kannst und
  • warum du für Urlaub und Freizeit keine Erklärung, keine Ausrede brauchst

Gastbeitrag von Lucia Laggner

Urlaub nehmen, nicht brauchen.

„Ich bin wirklich urlaubsreif!“ Wie oft hast du den Satz ausgesprochen oder von deinem Gegenüber vernommen? Ich habe das Gefühl, es gehört zum guten Ton der Leistungsgesellschaft auch wirklich voll und ganz ausgebrannt zu sein, bevor man einen Urlaub erst zu argumentieren im Stande ist. Eine befremdliche Entwicklung, wenn man daran denkt, dass so manche_r am ersten Tag des Urlaubs von der nächstbesten Erkrankung in die Knie gezwungen wird. Angina, Migräne, Zahnschmerzen… wer kennt das nicht?

Aller Anfang ist…

Aber lass uns doch mal dort anfangen, wo der Urlaub am Ende der Nahrungskette unseres Interesses in weiter Ferne an Unwichtigkeit verkümmert: dem Alltag. Denn irgendwo muss das Übel ja seinen Anfang genommen, muss der vielbesprochene Fisch am Kopf zu stinken begonnen, haben. Erst die Summe an Überbeanspruchung, an unterlassener Pausenkultur, an Ruhelosigkeit hat einen nicht er- oder gelebten Urlaub zur Folge.

Der Alltag, die Arbeit, die 5-6 Tage-Woche, die Routine…

Nenn es wie du willst. Wir alle wissen, für die meisten von uns füllt diese Zeit das Gros unseres wachen Lebens. Und auf Grund eines weit verbreiteten Glaubens bürden wir uns zu dieser Zeit laufend etwas mehr auf, als wir tatsächlich zu leisten im Stande sind und erhoffen uns von – für die meisten von uns – 5 Wochen Urlaub im Jahr nicht nur eine wohltuende Erholung, sondern auch eine eindrucksvolle und inspirierende Auszeit.

Den Spieß umdrehen

Warum messen wir eigentlich dem Alltag nicht ebenso viel Verantwortung gegenüber dem Urlaub zu, wie umgekehrt? Warum richten wir die Waagschale nicht gleichmäßig aus und entscheiden uns für ein Leben in Balance, Ruhe und Gelassenheit? Sogar – oder erst recht – im Alltag.

Was kannst du tun, um deinen Alltag so zu gestalten, dass du deinen verdienten Urlaub auch genießen kannst? Mein Vorschlag: hol dir laufend eine Minidosis Urlaub in deinen Alltag. Bereite dich auf die Erholungsphase vor, bevor sie vor der Türe steht. Urlauben soll geübt sein.

  • Strandfeeling: In deiner oder rund um deine Stadt gibt es sicher einen Badeteich oder einen Fluss. Borge dir nach der Arbeit für 2 Stunden ein Boot aus und genieße die Ruhe am Wasser.
  • Spaß & Unterhaltung: Geh mal an einem sommerlichen Mittwoch Nachmittag Minigolf spielen.
  • Inspiration: Such dir eine Galerie oder ein Museum heraus, in dem du in deiner Stadt noch nie gewesen bist.

Diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr soll sie ein Anstoß sein, selbst nachzudenken, wo denn überall in deinem Alltag das nächste Urlaubsgefühl lauert. Was zunächst aufwändig und artifiziell erscheinen mag, wird sich wie selbstverständlich in dein Leben eingliedern. Du wirst dich fragen, wie andere ohne die kleinen, abwechslungsreichen Freuden der Freizeit leben. Und darüber hinaus werden sich die Erlebnisse und die dabei ausgeschütteten Hormone positiv auf deine Arbeit auswirken. Du wirst mehr Energie verspüren und versprühen und positive Rückmeldungen von anderen bekommen.

Werde selbst kreativ und spielerisch. Denke daran zurück, was du gern getan hast, als du ein Kind warst. Lerne jonglieren, singen oder tanzen. Melde dich vom Fitnessstudio ab und schreibe dich beim nächsten Tischtennisverein ein. Mach mal wieder einen Handstand, einen Purzelbaum oder eine Rad. Verbinde Bewegung mit Lachen und Spaß. Schau mal wieder Kindern dabei zu, wie lustvoll sie spielen. Und frage dich selbst, wann du aufgehört hast, selbiges zu tun.

Gewinne deine Leichtigkeit zurück.

Es steht außer Frage, dass Alltag und Leben manchmal beschwerlich sind. Beschwerlichkeit als Argument für einen wohlverdienten Urlaub ist allerdings nicht mehr als eine Modeerscheinung.

Für Urlaub und Freizeit braucht es keine Erklärung, keine Ausrede oder Notwendigkeit.
Urlaub verdienst du dir nicht, Urlaub machst du einfach.

 

Autorin: Lucia Laggner

Unternehmerin & Feldenkrais Practitionerin in Ausbildung
Gründerin von G’schickter Wein – die Onlinevinothek für Österreichischen Wein
www.gschickterwein.at