Über das Schenken zu Weihnachten. Gedanken einer Handelsunternehmerin.

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Über das Schenken zu Weihnachten.
Gedanken einer Handelsunternehmerin.

Gastbeitrag von Lucia Laggner

In den letzten Wochen, habe ich gemeinsam mit Bekannten, die selbstständig oder unternehmerisch tätig sind, einen Aufruf gestartet, Weihnachtsgeschenke bei heimischen, kleinen, regionalen Betrieben zu kaufen. Das halte ich für eine schöne Aktion und ich freue mich darüber, dass wir uns gegenseitig stärken und ein Miteinander pflegen statt im Wettstreit zu stehen.

Zeitgleich ist es als Unternehmen aber auch immer wichtig einen kritischen Blick auf Konsum im Allgemeinen zu haben. Daher freuen wir uns bei G’schickter Wein immer besonders, wenn jemand ein Produkt von uns als Wichtel verschenkt. Wichteln find ich super. Machen wir selbst in der Familie. Warum? Es werden weniger und vor allem weniger unbedacht Geschenke gekauft. Man kann sich wirklich Gedanken machen, was man einer Person Gutes tun will und sich wie ein Heinzelmännchen fühlen, auf der Suche nach einem Geschenk, das dem Beschenkten ein Glitzern in die Augen zaubert.

Im Gegensatz dazu bekommt schenken um des Schenkens Willen im Rausch des Konsumwahns oft eine bodenlose Dynamik.

Worum geht’s da? Ist es die bewusste Handlung, jemandem etwas Gutes zu tun oder ist es eine zwanghafte Handlung unter dem Deckmantel des weihnachtlichen Schenkens?

„In jedem Moment können wir uns fragen, ob unsere Handlungen bewusst und gewollt oder zwanghaft sind.“

Daher ist es meine Empfehlung, erst mal zu überlegen, ob und was man schenkt und kauft.
Eine gemeinsame Unternehmung ist meist wertvoller als ein uninspiriertes Geschenk. Das ist den meisten von uns bewusst, aber im Werbegewitter der Black Fridays und Salesaktionen scheint es von Nöten, es sich immer und immer wieder in Erinnerung zu rufen. Wie ein Mantra könnte man sagen: weniger, weniger, weniger.

In der Feldenkrais Methode sprechen wir von: „Do Less.“ Warum? Weil du das, was du tust, wenn du nur mehr tust, was du wirklich willst, genussvoller, leichter und schöner tust.

Also: weniger schenken und gemeinsam genießen, was bleibt. Nämlich mehr als nur Geschenke.


Autorin: Lucia Laggner
Wir sollten uns unterhalten? Gerne: lucia.laggner@gschickterwein.at
Unternehmerin & Feldenkrais Practitionerin in Ausbildung
Gründerin von G’schickter Wein – die Onlinevinothek für Österreichischen Wein
www.gschickterwein.at