Summertime – Zeit für einen kühlen Kopf und einen transparenten Blick auf das erste Halbjahr

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Es ist Sommer, draußen hat es 30 Grad, es braut sich ein Gewitter zusammen, die Hitze flirrt in der Wiedner Haupstraße. Ich sitze im COCOQUADRAT. Das erste Halbjahr 2016 ist vorbei. Zeit für einen kühlen Blick auf die Zahlen, Daten und Fakten zu richten.

Facebook: Unser Chanel für die täglich Kommunikation
Facebook hat sich für uns zu einem wichtigen Channel für unsere tägliche Kommunikation entwickelt. Eine unserer ersten Maßnahmen nach der Eröffnung vor eine Jahr bestand darin unserem Facebookauftritt deutlich mehr Augenmerk zu schenken. Seit November letzten Jahres ist Lucia für unseren Facebookauftritt verantwortlich und kümmert sich darum, rund 5 mal pro Woche Aktuelles zu posten. Bisher haben wir fast kein Geld für Facebook ausgegeben, weil wir zunächst zum Ziel gesetzt haben, zu lernen wie Facebook für uns funktioniert.

Das Maß aller Dinge: Unsere Registrierten User
Neben Facebook sind für die registrierten User, also all jene, die unsere Webapp nutzen, ein wesentlicher Indikator für die Entwicklung unseres Geschäftsmodells. Seit September konnten wir Anzahl unserer App-Registrierungen fast vervierfachen. Wir hatten zu Beginn mit unserer APP einige Probleme. Vieles hat nicht funktioniert, vieles wurde neu definiert und verarbeitet. Ich habe unsere App-Entwickler ziemlich genervt. Das beharrliche Dranbleiben hat such ausgezahlt, seit rund 3 Monate funktioniert die App fast fehlerfrei und wir haben eine Liste von Vorschläge für eine Weiterentwicklung der APP, die wir im Herbst angehen werden. Parallel dazu haben sich auch die „Monthly Active Users“, also jenen Community Mitglieder, die mindestens einmal im Monat bei uns eingecheckt haben, deutlich gesteigert. Es gibt nach etwas mehr als einem Jahr eine treue „Stammkundschaft“, für die COCOQUADRAT zu einem fixen Hafen geworden ist.

Umsatz, Umsatz, Umsatz
Wie jedes Unternehmen leben wir von dem was unsere Kunden bei uns umsetzen. Auch in diesem Bereich konnten wir zulegen und damit auch unsere Planung für das erste halbe Jahr leicht übertreffen.

Was bringt das 2. Halbjahr?
Wenn ich auf all diese Zahlen blicke bin ich zufrieden und stolz, was uns in diesem ersten haben Jahr gelungen ist.
Gleichzeitig blicke ich auf das zweite Halbjahr und weiß, dass wir alle KPI nahezu verdoppeln wollen.
Wird uns das gelingen? Ich weiß es nicht. Der Juli liegt deutlich hinter unseren Erwartungen. Aber auch der Jänner lag hinter unseren Erwartungen und wir wußten nicht, wie sich das erste halbe Jahr entwicklen wird.

Was sind meine Learnings bisher:

1.) Aller Anfang ist schwer
Ein neues Unternehmen zu gründen ist eine große Herausforderung, eine Binsenweisheit. Aber darüber zu lesen und selbst dabei zu sein, sind zwei paar Schuhe.

Every great business achievement starts with a small, entrepreneurial idea. (Peter Drucker)

2.) Gut Ding braucht Weile
Ein Plan in Excel ist schnell gemacht, ein Jahr hat zwölf Spalten und 5 Jahre sind auch schnell zusammenkopiert. Die Wirklichkeit sieht dann schon anders aus. Die Zeit ist eine wichtige und nicht zu unterschätzende Ressource. Erstens braucht alles seine Zeit, zweitens vergeht die Zeit schneller als man glaubt.

3.) Never give up
Wenn etwas beim ersten, zweiten, dritten Mal nicht funktioniert: dran bleiben, dran bleiben, dran bleiben. Das schöne ist, dass man zu Beginn extrem viel lernen kann. Was funktioniert und was nicht, wo man sich grob verschätzt hat und wo nicht. Fast immer hat man eine zweite Chance. Dazu braucht es die Fähigkeit, sich selbst einzugestehen, dass man auch Fehler machen kann.

4.) Eine attraktive Vision hilft die erste Durststrecke zu überwinden

Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. (Quelle: https://natune.net/zitate/zitat/5821)

Nach den ersten paar Monaten, hat sich gezeigt, dass wir uns viel langsamer entwickeln, als wir uns das vorgestellt haben. Damit einher ging bei mir eine Verengung der Perspektive und ich habe mich immer stärker um die Details, ums Holz, die Aufgaben etc. gekümmert, Mikromanagement betrieben und dabei die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer aus den Augen verloren. Bald habe ich allerdings für mich festgestellt, dass Mikromanagement nicht ausreicht, um ein Unternehmen  erfolgreich zu entwickeln. Es braucht eine Vision, die dich über die ersten Monate (Jahre?) trägt. Es braucht ein attraktives Bild, wo man hin will und was dafür heute notwendig ist.

5.) Es braucht 100% Identifiktion
Von Prof. Faltin stammt die Aussage, die Gründung muss zum Gründer passen, oder anders rum: Mach nichts womit du dich nicht zu 100% identifizieren kannst. Eine Neugründung ist ein Marathon, wenn du dich nicht mit dem Laufen identifizieren kannst, solltest du keinen Marathon laufen.

#gründenmit40plus #speedcoaching

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung
Mehr Infos zu Wolfgang Bretschko: www.coco360.at