Schreiben und Psychohygiene

Wie Schreiben deine Psychohygiene und dein persönliches Wachstum fördert.

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Was Schreiben mit Psychohygiene zu tun hat. Wie Schreiben dein Gedankenkarussell in geordnete Bahnen bringen kann. Wie Selbstreflexion am besten funktioniert und warum Schreiben deine Psychohygiene und dein persönliches Wachstum fördert.

Von Wolfgang Bretschko

In den letzten Wochen und Monaten haben sich zwei Routinen bei mir verfestigt und sind zu geschätzten Gewohnheiten geworden. Eine davon ist Teil meiner Morgenroutine: die Tagesplanung. Von Montag bis Freitag plane ich in den ersten 15 Minuten am Beginn des Arbeitstages die Aufgaben und Aktivitäten für den laufenden Tag. Die andere Gewohnheit ist das Tagebuch Schreiben.

Beide Gewohnheiten haben eine Gemeinsamkeit, die Verschriftlichung. Den Tagesplan erstelle ich an meinem Laptop, meine Tagebucheintragungen kommen handschriftlich in mein Tagebuch.

Der Stellenwert des Schreibens

Das Schreiben nimmt in meinem Leben einen besonderen Stellenwert ein. Die meistgenutzte App auf meinem Smartphone ist die Notiz-App. Jetzt gerade benutze ich sie um diesen Blogbeitrag zu schreiben. Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich 5.639 Notizen mit der App verfasst.

Ein Großteil unserer Kommunikation passiert heute in schriftlicher Form. Wir nutzen SMS, WhatsApp, Facebook, Blogs und Mails für unsere private und geschäftliche Kommunikation.

Zum Thema Schreiben fallen mir zwei Aussagen ein, die ein Freund von mir, je nach Situation öfter nutzt. „Wer schreibt der bleibt.“ Die zweite Aussage ist etwas umgangssprachlicher formuliert. „Jedes Schriftl ein Giftl.“

Tatsächlich ist es so, dass Geschriebenes einen anderen Stellenwert hat als bloß Gesagtes oder Gedachtes. Nicht umsonst neigen wir dazu, alles Wichtige schriftlich festzuhalten. Wir sind der Meinung, dass ein Vertrag nur dann gültig ist, wenn er schriftlich verfasst ist. Wenn etwas ganz besonders wichtig ist, unterschreiben wir es mit dem eigenen Namen. Dem schriftlichen Festhalten der Gedanken wird eine positive Wirkung auf die Psychohygiene nachgesagt. Das Schreiben soll das persönliche Wachstum fördern. Warum ist das so? Was sind meine persönlichen Erfahrungen dazu?

Der besondere Wert eines Tagebuchs

Seit Jahren verfasse ich in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Tagebucheintragungen. Es ist, glaube ich, nicht verwegen zu behaupten, dass diese Tagebucheintragungen eine ganz besondere Wirkung haben. Durch das Schreiben bringe ich meine Gedanken zu Papier und damit heraus aus meinem Kopf. Ich kann damit oft mein Gedankenkarussell durchbrechen. Ich reflektiere den Tag und die Themen, die mich tagsüber beschäftigt haben. Der Aussage „Erfahrungen bekommen erst einen Wert, wenn ich sie reflektiere, wenn ich sie bearbeite und Schlüsse daraus ziehe“ kann ich nur zustimmen. Sehr oft wird Tagebuch Schreiben daher auch als Form der Selbsttherapie angepriesen:

  • Tagebuch Schreiben reduziert den Stresslevel.
  • Es bietet eine gute Möglichkeit inne zu halten und am Ende des Tages neu gemachte Erfahrungen zu verarbeiten.
  • Ich kann hinterfragen, welche Erfahrungen positiv waren und wodurch schlechte Gefühle ausgelöst wurden.
  • Ich kann mir überlegen, was ich morgen besser machen kann.
  • Das Aufschreiben von Problemen erweitert oft den Horizont für das Auffinden von Lösungen.

Ich bin zu einem Fan des Tagebuch Schreibens geworden. Für mich ist es zu einem Raum für meine persönliche Entwicklung geworden und erfüllt zwei wesentliche Funktionen:

  1. Meine Gedanken zu strukturieren und zu fokussieren.
  2. Die eigene Selbstreflexionsfähigkeit zu fördern.

Schreiben hilft die Gedanken zu strukturieren und fokussieren

Die Suchanfrage „Anzahlen Gedanken pro Tag“ auf Google fördert zwischen 6.000 und 60.000 Gedanken zu Tage, die wir täglich denken. Unabhängig davon, ob es nun 6.000 oder 60.000 sind, unser Gehirn produziert einen unendlichen Strom von Gedanken. Ein Großteil davon ist flüchtig und überspringt selten die Schwelle unserer bewussten Wahrnehmung.

„Das Gehirn denkt permanent. Jeder Gedanke entwickelt sich aus einem Gedanken heraus.“

Henning Beck, Neurowissenschaftler
(Zitiert nach https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/hirnforschung-messen-wo-gedanken-anfangen-und-enden)

Das Schreiben durchbricht diesen unendlichen Strom an Gedanken. In dem Moment, in dem ich mich vor den Bildschirm setze oder mein Notizbuch öffne und mit dem Schreiben beginne, werde ich mir meiner Gedanken bewusst. Ich beginne mein Denken zu strukturieren und lenke den Strom der Gedanken in eine bestimmte Richtung. Ich richte ihn in die Richtung des Themas, das ich gerade bearbeite. Damit hilft das Schreiben also aus dem Gedankenkarussell auszubrechen und mir meiner Gedanken bewusst zu werden. Mir fällt dazu das Bild eines Trichters ein. Ich kanalisiere meine Gedanken und kann jene zu Papier bringen, die es wert sind festgehalten zu werden. Damit gebe ich diesen gewissermaßen auch ein kleines Fähnchen und sie bekommen im Meer der Gedanken einen besonderen Stellenwert.

Immer wieder habe ich neue Ideen. Wertvoll sind jene, die ich zu Papier bringe, mit denen ich mich auf diese Weise beschäftige. Solange der Gedanke, zum Beispiel an einen Blogbeitrag, nur in meinem Kopf herumschwirrt, bin ich noch weit davon entfernt, sie umzusetzen. Wenn ich einer flüchtigen Idee die Chance geben will, dass ich sie realisiere, sollte ich zumindest eine kurze Notiz verfassen. Damit hebe ich diese Idee, aus der Fülle der Ideen heraus, die ich täglich denke.

Schreiben fördert die Selbstreflexionsfähigkeit

Ein Buch, das ich sehr schätze, stammt von Silvia Wetzel „Achtsamkeit und mit Mitgefühl“. Oft endet ein Kapitel bei ihr damit, dass sie eine Reihe von Fragen stellt, die dazu anregen den Inhalt des Kapitels zu reflektieren. Anfänglich habe ich diese Fragen mehr oder minder überlesen. Bis mir klar geworden ist, dass diese Fragen den Sinn haben, dass ich mich mit dem Gelesenen tatsächlich auseinandersetzen sollte. Wenn ich diese Fragen schriftlich bearbeite und beantworte, dann verankere ich das Gelesene. Mit der Verschriftlichung ändert sich der Stellenwert der Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Buches und damit auch der Auseinandersetzung mit mir selbst.

Wer fragt, der führt!

Durch Fragen kann ich den Strom meiner Gedanken lenken und fokussieren. Wenn ich das Gefragte schriftlich festhalte, dann verankere ich es.

Papier und Stift reichen

Oft habe ich mir die Frage gestellt, wie Selbstreflexion am besten funktioniert. Ich habe mich auf die Suche nach Werkzeugen und Tools gemacht. Dabei liegt das Einfache, wie sooft, so nahe. Ein Blatt Papier und ein Stift reichen. Die einfachste Form der Selbstreflexion ist es, die Fragen, die dir das Leben stellt, schriftlich festzuhalten und deine Gedanken dazu aufzuschreiben.

Wenn dir etwas wirklich wichtig ist, bringe es zu Papier und halte es so schriftlich fest.

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entrepreneur

 

Ressourcen:
Tagebuch schreiben: Darum ist es gesund
https://praxistipps.focus.de/tagebuch-schreiben-darum-ist-es-gesund_111619

101 Gründe, warum du Tagebuch schreiben solltest
https://schreibenwirkt.de/gruende-tagebuch-schreiben/

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