Matthias Neitsch im COCOinterview

1080 1032 COCOQUADRAT

Manchmal ist uns nicht ganz klar, wer zuerst da war, Matthias Neitsch oder das COCOQUADRAT. Tatsächlich natürlich Matthias, weil wir ja noch nicht mal ein Jahr alt sind, aber im räumlichen Sinne ist es nicht endgültig geklärt. Matthias Neitsch war definitiv – soviel wissen wir – unser erster Coworkingkunde. Länger schon war er auf der Suche nach einem alternativen Arbeitsraum in seiner Nähe. Gut also, dass wir rechtzeitig aufgesperrt haben.

COCOQUADRAT: Wie bist du eigentlich auf uns gekommen?

Matthias Neitsch: Ich gehe seit Jahren jeden Tag hier vorbei, weil ich ums Eck wohne und meine Freundin in der Wirtschaftskammer arbeitet. Erst war die Bank an diesem Ort und dann eine Baustelle. Aus Gewohnheit bin ich auch während des Umbaus immer stehen geblieben, weil ich ganz automatisch hier Geld beheben wollte. Irgendwann stand dann die Türe offen. Da bin ich hereinspaziert und Peter hat mir eure Räumlichkeiten erklärt.

Coworking kannte ich schon und es traf sich optimal, weil ich seit einigen Wochen auf der Suche nach einem externen Arbeitsplatz war. Ich habe einige Zeit von zu Hause aus gearbeitet, aber irgendwann ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Ich wollte nicht allzu weit fahren, sondern in der Nähe meiner Wohnung etwas finden. Für mich war es einfach euer Konzept auszuprobieren, da ich ohne fixe Mitgliedschaft einfach mal zehn Stunden testen konnte.

COCOQUADRAT: Welches Resümee ziehst du nach den ersten sechs Monaten im COCOQUADRAT? 

Matthias Neitsch: Ich werde es weiter machen. Für mich ist das COCOQUADRAT wie ein urbanes Dorf, das mein persönliches Dorf bereichert. Ich habe selbst 25 Jahre in einem winzigen Dorf gelebt. Das hat viele Nach-, aber auch Vorteile gehabt. Der persönliche Kontakt und die Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen war dort sehr intensiv. Und hier im COCOQUADRAT nehme ich das auch so wahr. Man grüßt sich, hilft sich, tauscht sich aus, aber man bleibt Nachbarn, wahrt die Diskretion und hat seine Ruhe, wenn man sie braucht.

COCOQUADRAT: In deiner Arbeit setzt du dich stark mit der nachhaltigen Nutzbarkeit von Ressourcen auseinander. Wie beurteilst du das Sharen von Arbeitsplatzen, wie es im COCOQUADRAT statt findet?

Matthias Neitsch: Meine Arbeit besteht im Wesentlichen daraus Wiederverwendung zu fördern. RepaNet ist sozusagen die Lobby für Re-Use und insbesondere für sozialwirtschaftliche Re-Usebetriebe wie beispielsweise die Caritas und die Volkshilfe. Ein ressourcensparender Lebensstil besteht nicht nur daraus, dass man Elektrogeräte oder Möbel länger nutzt, sondern bezieht sich auch darauf, wie man Gebäude nutzt. Der Verbrauch an Wohn- und Arbeitsraum pro Mensch ist gigantisch. Jeder Mensch bewegt sich in viel luftleerem Gebäuderaum. Die Wohnung steht leer, wenn man zur Arbeit fährt und die Arbeitsstätte steht leer, wenn man wohnt. Manchmal steht sogar beides leer. Für mich ist daher Coworking eine nachhaltige Nutzung von innovativ gedachtem Büroraum. Es ist wesentlich ressourceneffizienter, für so viele Menschen nur einen Arbeitsraum einmal zu bauen, zu betreiben, zu beheizen und zu beleuchten.

Neitsch Portrait_2 Kopie

COCOQUADRAT: Wir setzen uns damit auseinander, dass unsere kopflastig arbeitenden Kunden hier gut versorgt sind, gut essen und auch mal an die frische Luft gehen und sich bewegen. Wie erlebst du das Service im COCOQUADRAT?

Matthias Neitsch: Es ist sehr angenehm, dass hier ein Cafe ist, weil es die Arbeitsatmosphäre auch entspannt. Anfänglich dachte ich, ich würde Probleme mit dem Geräusch- und Gemurmelpegel bekommen, allerdings habe ich gemerkt, dass ich sogar effizienter arbeite. In der totalen Stille zu Hause werde ich viel mehr abgelenkt, aber auch in Büros lasse ich mich viel stärker, etwa durch Gespräche mit den KollegInnen, ablenken. Hier lässt einen jeder in Ruhe, aber es ist ein gewisses, anregendes Treiben da. Tatsächlich ist also für mich im COCOQUADRAT ein effizienteres und produktiveres Arbeiten möglich.

COCOQUADRAT: Inwiefern nutzt du das Angebot unseres Coffeeshops?

Matthias Neitsch: Es ist fast schon rituell, dass ich mir nach dem Mittagessen einen Kaffee und eine gute Nachspeise gönne. Das von euch gratis zur Verfügung gestellte Obst im Coworkingbereich konsumiere ich auch regelmäßig.

COCOQUADRAT: Wo siehst du Entwicklungsbedarf?

Matthias Neitsch: Es wäre super, wenn man eine Ecke hätte, wo man Bewegung machen könnte. Leider ist es in unserem Kulturkreis nicht so verbreitet und ich wäre gespannt, wer zuerst das Eis brechen und etwa ein einfaches Sportgerät nutzen würde. Gut wäre es sicher, sich ab und zu ein bisschen körperlich zu betätigen ohne dabei die Umgebung zu stören.

Homepage: https://www.repanet.at

Interview: Lucia Laggner (COCOQUADRAT)
Fotocredits: Matthias Neitsch

Hinterlasse einen Kommentar

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

Cookie Consent mit Real Cookie Banner