Let`s stay happy at Work

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Let`s stay happy at Work: Wie du mentale Stärke täglich üben kannst.

von Wolfgang Bretschko

Als ich letzten Donnerstag aufstand, hatte ich einfach keine Lust mich in den Tag zu stürzen. Neben dem regnerischen Wetter  hatte ich die Stunde vor dem Aufstehen damit zugebracht, mir alle möglichen Szenarien vorzustellen was und wie alles daneben gehen könnte. Plötzlich stand für mich die Frage nach dem Sinn im Raum. Manchmal frage ich mich, ob dies ein genetischer Defekt ist, der mich zwingt, die Stunde vor dem Aufwachen mit negativen Gedanken zu verbringen? Beim Frühstück fragte mich meine Frau, was los sei mit mir. Ich sagte, dass ich schlecht geschlafen hätte, dass ich einfach schlecht drauf sei. Meine Erwartungen an den Tag waren null. Ich hatte mich schon bevor der Tag begonnen hatte auf das Negative fokussiert, auf alles was daneben gehen könnte, auf alles was ich nicht erfolgreich bewältigen könnte.

Was kann aus so einem Tag noch werden? Wie kann sich so ein Tag entwickeln und noch gelingen? Kann arbeiten an so einem Tag Spaß machen?

Als wir uns nach diesem Arbeitstag am Abend wieder trafen, fragte mich meine Frau wie der Tag gewesen sei. Ich sagte ihr, dass ich zufrieden bin mit dem was ich umgesetzt und erreicht hatte. Sie war leicht überrascht. Es war nicht der produktivste und kreativste Tag, aber ich konnte doch einiges weiterbringen und erledigen. Mit der Zeit habe ich gelernt mit solchen Tagen umzugehen. Ich lasse mich trotz allem Widerwillen auf den Tag ein. Mein Motto für solche Tage, „Du sollst den Tag nicht vor dem Abend verteufeln, gib ihm eine Chance“. Dazu habe ich eine bewusst kurze Liste mit den Aufgaben erstellt, die ich unbedingt erledigen wollte. Ich habe mich mit einem Freund zum Mittagessen getroffen. Ich habe eine Bekannte, von der ich schon länger nichts gehört habe, angerufen und mit ihr geplaudert.

Was habe ich getan? Ich habe akzeptiert, dass der Tag schlecht angefangen hat und habe dem Tag dennoch eine Chance gegeben ein guter zu werden. Ich habe mich den Herausforderungen gestellt und bin jene Aufgaben angegangen, die ich unbedingt erledigen wollte. Ich habe meine sozialen Kontakte als Ressource aktiviert, bin mit einem Freund essen gegangen und habe eine Bekannte, von der ich länger nichts gehört hatte, angerufen. Beide Gespräche haben mich motiviert und mir geholfen, den Tag wieder etwas positiver zu sehen. Ich habe mit der Arbeit früher als gewohnt Schluss gemacht und den Abend gemütlich verbracht.

In unserer ganzen Schulzeit werden wir darauf trainiert auf unsere Defizite zu schauen. Der Fokus ist gerichtet auf das, was wir nicht können. Bei den Schularbeiten liegt das Augenmerk auf den Fehlern. So werden wir defizitorientiert. Unser Sensorium für das Positive, dass was wir alles können, was uns gut gelungen ist, verkümmert. Verstärkt wird diese Sichtweise noch durch die tägliche Berichterstattung der Medien. Der Fokus liegt auf negativen Nachrichten und Botschaften. So lernen wir die Welt mit einer Brille zu sehen, die das Positive ausblendet.

Zusätzlich sind wir mit dem Paradigma aufgewachsen, das besagt: „nur wenn wir hart arbeiten, sind wir erfolgreich und je erfolgreicher wir sind, desto glücklicher werden wir sein!“

Daher stürzen wir uns Tag für Tag in die Arbeit, fordern uns und überfordern uns dabei sehr oft. Unsere Defizitorientierung in Verbindung mit unserem Leistungsparadigma macht uns das Leben schwer. So kann arbeiten weder Spaß machen, noch sind wir glücklich mit dem was wir tun. Zusätzlich erhöht dies den Druck auf uns.

Was kannst du tun, um das zu ändern? Was kannst du tun, damit die Arbeit zu einer Quelle des Glücks und der Zufriedenheit wird?

Unser Gehirn ist nicht multitaskingfähig

Unlängst hat meine Frau mir von einem Alltagserlebnis an der Kasse bei Hofer berichtet. Sind stand hinter einem kleinen Kind, das mit Mama und Oma einkaufen war. Das Kind griff nach einem Überraschungsei, es wollte eines haben. Die Mutter erklärte dem Kind ruhig, dass es bereits ein Eis bekommen habe und pro Einkauf nur eine Süßigkeit bekommen können. Das Kind widersetzte sich lautstark. Soweit eine klassische Situation, wie wir sie alle öfter erleben können. Dann schaltete sich die Kassiererin an der Kasse ein. Sie kannte das Kind offensichtlich, verstrickte es in ein Gespräch und bat es, ihr zu helfen und die Artikel, die sie über die Scannerkasse zog, sorgfältig in dem Einkaufswagen zu schlichten. Das Kind beruhigte sich schnell, vergaß das Überrraschungsei, half beim Einschlichten und plauderte mit der Kassiererin.

An diesem Beispiel sieht man, dass sich unser Hirn sehr leicht ablenken lässt. Eine Sache die unsere ganze Aufmerksamkeit beansprucht tritt schnell in den Hintergrund unserer Wahrnehmung, wenn wir uns mit einer anderen Sache beschäftigen. Diese Eigenschaft können wir als Vorteil nutzen.

Glück und Zufriedenheit sind eine Frage der Wahrnehmung

90% unseres Glücksempfindens wird nicht durch die äußeren Umstände bestimmt, sondern dadurch, wie das Gehirn die Welt wahrnimmt und verarbeitet. Das heißt, durch die Art und Weise wie wir die Welt wahrnehmen, können wir bestimmen, wie zufrieden und glücklich wir sind. Studien dazu zeigen, dass 75 % des beruflichen Erfolgs dadurch bestimmt wird, wie optimistisch wir an die Aufgaben herangehen, wie wir mit Stress umgehen, ob wir ihn primär als Bedrohung erleben oder ihm auch positives abgewinnen können. Auf einen einfachen Nenner gebracht heißt das:

Wir sind unseres Glückes Schmied.

Achte auf deine Grundstimmung – Achte auf das Positive

Was bedeutet das konkret, was kannst du tun? Achte ganz bewusst auf das Positive, das dir täglich widerfährt. Das kannst du ganz einfach dadurch tun, indem du dir zwei Mal am Tag 5 Minuten Zeit nimmst und kurz reflektierst, was bisher Positives passiert ist. Wenn du daraus eine Routine machen willst, kannst du zum Beispiel auch die Zeit des Zähneputzens am Abend dafür verwenden. Am besten wirkt das, wenn du das Positive niederschreibst.

Was passiert dadurch im Hirn? Durch das Reflektieren und Niederschreiben trainierst du dein Hirn auf das Positive zu achten. So verändert sich langsam, aber stetig deine Perspektive auf die Welt. Weg von der Defizitorientierung und den negativen Nachrichten hin zu einem Denken, das das Positive und die Chancen in den Mittelpunkt rückt.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der innere Dialog, den du führst. Wenn deine inneren Kritiker das Kommando führen, kommst du leicht auf eine schiefe Ebene. Setze dem eine positive Sichtweise auf die Dinge entgegen. Lenke sie ab, gib ihnen eine Aufgabe, wie die Kassiererin dem Kind.

Führe dir immer wieder vor Augen, warum du das alles machst

Eine positive Sicht auf das Leben im Allgemeinen und die Arbeit im speziellen stellt sich nicht automatisch ein. Wir können unsere Wahrnehmung in diese Blickrichtung ganz bewusst schärfen und täglich trainieren, wie zum Beispiel beim Zähneputzen. Zusätzlich können wir uns bewusst der Frage des „Warum“, der Frage nach dem Sinn, widmen. So werden wir diesbezüglich antwortfähig. Erarbeite dafür ein Sinn-Dokument, eine Sinn-Notiz. Beantworte für dich bewusst die Frage, was dir wichtig ist, warum du das tust was du tust. Beschäftige dich in guten Stunden, mit deinem Warum, deinem Sinn, damit du darauf zurückgreifen kannst, wenn es dir einmal nicht so gut geht und du dir die Frage nach dem Sinn stellst. Nimm dir einmal im Quartal Zeit und aktualisiere deine Sinn-Notiz.

Mentale Stärke ist eine Frage der Übung

  • Trainiere dein Gehirn.
    Nimm dir zumindest einmal täglich 5 Minuten Zeit um nach Positivem zu scannen.
  • Erstelle eine Sinn-Notiz.
    Damit wirst du antwortfähig, wenn du dir die Frage nach dem Sinn stellst.
    Aktualisiere sie einmal im Quartal.
  • Und vergiss nicht für Pausen und Auszeiten sorgen.
    Sorge für Kurzpausen über den Tag verteilt.

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entrepreneur

 

Da alles schon gedacht und gesagt wurde, hier die Quellen und Ressourcen die mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert haben:

https://www.ted.com/talks/shawn_achor_the_happy_secret_to_better_work
https://blog.socialhub.io/lets-workhappier/
https://www.hafawo.at/beruf-und-karriere/have-fun-at-work-22-tipps-fuer-mehr-spass-und-zufriedenheit-bei-der-arbeit/

 

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