Lass deine Ziele los und konzentriere dich auf deinen Weg

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In diesem Blogbeitrag erfährst du,

– warum Ziele dich hindern weiter zu kommen

– warum dein Weg wichtiger ist als deine Ziele

– wie dir Systeme und regelmäßige Routinen helfen erfolgreich deinen Weg zu gehen

von Wolfgang Bretschko

Lass deine Ziele los und konzentriere dich auf deinen Weg

Es gibt Glaubenssätze die graben sich so tief in unser Bewusstsein ein, dass wir sie nicht mehr hinterfragen. Wir richten unser Handeln danach aus, ohne über die Sinnhaftigkeit unseres Tuns nachzudenken.

Einer meiner Glaubenssätze ist folgender:
Damit ich erfolgreich bin, und bei der Arbeit und im Leben etwas weiter bringe, braucht es Ziele. Diese Ziele müssen smart sein, d.h. für mich spezifisch, managebar, aktionsorientiert, realistisch und terminisiert. Und natürlich sollen diese Ziele auch ambitioniert sein.

So habe ich mein Umfeld und mich immer organisiert und dabei mich und andere stets unter Druck gesetzt. Ich war überzeugt davon, dass ich nur so etwas weiter bringe, dass ich nur so mich und andere in eine bestimmte Richtung bewegen kann.

Ein Blogbeitrag von James Clear, mit dem provokanten Titel „Forget About Setting Goals“ hat mich  dazu veranlasst meinen Glaubenssatz zu Zielen kritisch zu würdigen. Ich habe mir ein paar Fragen gestellt:

  • Ist es nicht so, dass Ziele oft außerhalb unseres Einflussbereichs liegen und wir tatsächlich nicht die Kontrolle darüber haben?
    Mein Ziel ist es den Umsatz zu verdoppeln, den Traffic auf der Webseite um 50% zu steigern, pro Workshop 25 Teilnehmer zu akquirieren. Alle diese Ziele hängen nicht von mir ab, Kunden müssen Entscheidungen treffen, müssen mehr konsumieren um den Umsatz zu verdoppeln, müssen über meine Webseite stolpern und gerade Zeit und Lust haben, meine Inhalte zu lesen. Mein Workshopangebot muss gerade zu den aktuellen Bedürfnissen von jemand passen, den ich oft noch nicht einmal kenne. Viele Menschen müssen Entscheidungen treffen und diese sind von viele Variablen abhängig die in der Zukunft liegen und auf die ich nur bedingt Einfluss habe.
  • Ist es nicht so, dass Ziele primär Druck erzeugen und eine permanente Quelle der Unzufriedenheit sind?
    Weil ich Ziele nicht unmittelbar ansteuern und beeinflussen kann und die Erfüllung in aller Regel in der Zukunft passiert, erzeugen sie Druck. Die permanente Beschäftigung damit macht mich unfrei im Kopf und bewirkt das Gegenteil dessen was ich will, nämlich mit einem freien Kopf und Kreativität an meine Aufgaben herangehen. Ich habe stets das Gefühl, noch nicht da zu sein wo ich sein will, ich erlebe stets ein Defizitgefühl. Was dabei verloren geht ist die Lust am einfachen Tun im Hier und Jetzt. Ich werte alles was ich tue im Lichte des Zieles, das ich in 2 – 3 Monaten oder einem halben Jahr erreichen will und bin damit maximal zur Hälfte im aktuellen Augenblick.
  • Ist es nicht so, dass wir uns mit Zielen selbst und andere überfordern?
    Ziele sollen realistisch sein. Aber wer gibt sich wirklich mit realistischen Zielen zufrieden? Stretch Goals lautet die Zauberformel. Welcher Businessplan, der sich mit realistischen Zielen begnügt würde je einen Business Angel anlocken?
  • Ist es nicht so, dass Ziele alleine noch gar nichts bewirken?
    Mit dem Ziel einen Marathon zu laufen habe ich noch nichts bewirkt, erst wenn ich beginne täglich zu trainieren, vielleicht meine Ernährung umzustellen, komme ich dem Ziel näher.
  • Ist es nicht so, dass wir auch ohne Ziele weiter kommen und erfolgreich sein können?
    Wenn ich täglich trainiere, wenn ich meine Ernährung umstelle, werde ich nach einem halb Jahr  fitter sein und mehr Ausdauer und Kraft haben und wahrscheinlich auch einen Marathon laufen können, unabhängig davon ob ich mir das als Ziel gesteckt habe oder nicht.

Diese Fragen und Gedanken haben meinen Glaubenssatz gehörig ins Wanken gebracht. Aber wie soll ich ohne Ziele etwas weiter bringen, wie soll ich mich und andere ohne Ziele organisieren.

Die Antwort von James Clear darauf:
Konzentriere dich auf die Aufgaben und entwickle Routinen die dich weiter bringen, die dich deinen Zielen näher bringen. 

Der Prozess, der Weg zum Ziel ist wichtiger als das Ziel selbst.

Wenn du ein Buch schreiben willst, setz dich jeden Tag 1 Stunde vor deinen Laptop und schreibe.
Wenn du mehr Traffic auf deiner Webseite haben willst, produziere regelmäßig frischen Content.
Wenn du mehr Teilnehmer für deine Workshops finden möchtest, sprich jede Woche mindestens 5 potentielle Kunden an.
Wenn du einen Marathon laufen willst, trainiere regelmäßig.

Es geht darum, Systeme und Routinen zu entwickeln, die dich Tag für Tag, Woche für Woche ein Stück weiter bringen.
Suche dabei nach regelmäßigen Routinen, die dir Spaß machen. Wenn du im Flow bist bringst du mehr weiter.

Wie immer möchte ich den Beitrag mit drei Gedanken abschließen:

  • Setze dir realistische Ziele und lass sie los.
  • Der Weg ist wichtiger als das Ziel.
  • Konzentriere dich auf das was du täglich tust und lasse dabei die Ziele in den Hintergrund treten.

Frei nach Bob Marley:

Der Tag an dem aufhörst deinen Zielen nachzujagen ist der Tag an dem du deine Ziele erreichst.

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

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