Wie du trotz Unsicherheit und Ungewissheit kraftvoll in den Herbst starten kannst.

Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit
550 210 Wolfgang (Cocoquadrat)

Über den Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit. Wie du trotz der vielen Fragezeichen positiv gestimmt bleiben kannst. Warum Selbstbestimmung und Unsicherheit die zwei Seiten einer Medaille sind.

Von Wolfgang Bretschko

Der Sommer ist vorbei. Das merken wir nicht nur am Wetter, sondern auch daran, dass unsere Politiker wieder aus der Sommerpause zurück sind. Pressekonferenzen zur Lage der Nation stehen wieder auf der Tagesordnung. Ankündigungen werden gemacht, es sollte zu Verschärfungen der Corona-Maßnahmen kommen. Gekommen sind die Verschärfungen bis jetzt nicht. Dies führt zu vielen Fragezeichen. Für Verunsicherung ist gesorgt. Die Ungewissheit, was die nächsten Monate bringen werden, wächst. Die Unsicherheit ist groß. Nicht die besten Voraussetzungen, um kraftvoll und mit Zuversicht in den Herbst zu starten. Aber das ist ein guter Zeitpunkt den eigenen Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit genauer zu betrachten.

Ich frage mich:
Wie kann ich mit dieser Unsicherheit und Ungewissheit umgehen?
Wie kann ich, trotz der vielen Fragezeichen, positiv gestimmt bleiben?
Was kann ich tun, um kraftvoll und mit Zuversicht in den Herbst zu starten?

Woher kommt die Ungewissheit und was löst sie in mir aus?

 Keiner von uns kann die Zukunft vorhersehen. Wir kennen sie nicht. Sie ist ungewiss. Die Ungewissheit ist unser ständiger Lebensbegleiter, mit dem wir tagein und tagaus leben. Trotzdem fällte es uns extrem schwer mit diesem Nichtwissen zu leben. Es gibt die schöne Redewendung: Wissen ist Macht, Nichtwissen macht auch nichts. Leider stimmt diese Redewendung nicht. Etwas nicht zu wissen, den Ausgang nicht zu kennen, sorgt in aller Regel für ein flaues Gefühl im Magen. Wir machen uns Sorgen. Dieses Nichtwissen und dieses sich Sorgen machen kann so weit gehen, dass wir uns selbst blockieren, resignieren und nicht ins Tun kommen.

Von Benjamin Franklin stammt die Aussage:

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren.

Im Zuge der Corona-Krise haben wir viele Freiheiten aufgegeben, um die vermeintliche Sicherheit zu gewinnen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet, dass wir nicht erkranken. Das Virus hat sich weiter verbreitet. Das wonach wir uns sehnten, absolute Sicherheit und Gewissheit, haben wir nicht bekommen. Daher bleibt uns nichts anderes übrig als die Ungewissheit auszuhalten und mit der Unsicherheit zu leben.

Als wir mit Mitte März bei Coocoquadrat unsere beiden Standorte zusperren mussten, wusste ich nicht wie es weiter gehen wird, wie lange dieser Lochdown dauern wird. Ich wusste nicht, was noch alles folgen wird. Als wir Mitte Mai wieder aufgesperrt haben, wusste ich nicht, wie das Geschäft wieder anlaufen wird. Die Lage war verwirrend. Zunächst galt eine Maskenpflicht dann wieder nicht. Nun steht der Herbst vor der Tür und  ich weiß wieder nicht, was die nächsten Monate bringen werden.

Was habe ich im Lockdown über meinen Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit gelernt?

In der Zeit von März bis jetzt habe ich ein paar simple Erfahrungen gemacht.

  1. Mir ist bewusst geworden, was mir unbewusst immer schon klar war. Alles kann sich von einem Tag auf den anderen, von einem Moment auf den anderen, radikal ändern.
  2. Mir ist bewusst geworden, dass ich mit dieser Unsicherheit und Ungewissheit leben kann und dass ich immer schon mit Unsicherheit und Ungewissheit gelebt habe.
  3. Mir ist bewusst geworden, dass die Ungewissheit und Unsicherheit ergebnisoffen ist. Eine Situation kann sich verschlechtern und sie kann sich verbessern. Wir können insbesondere komplexe Situation nie ganz überblicken. Neben negativen Entwicklungen gibt es positive Wendungen, die uns völlig überraschen können.

Was kann ich tun, um kraftvoll und mit Zuversicht in den Herbst zu starten?

Denken: Akzeptiere die Unsicherheit und Ungewissheit.

Mein Denken ist der Ausgangspunkt. Wenn ich merke, dass sich die Unsicherheit wieder einmal langsam wie ein Nervengift in mein Denken einschleicht, mache ich mir bewusst, dass es ein (Rest-)Risiko gibt. Ich nehme meine Zweifel zum Anlass, um über eine Plan B nachzudenken. Ich achte auf die Unterscheidung zwischen Gesunder Besorgnis und ungesunden Sorgen. Ungesunde Sorgen führen zu Zukunftsängsten, ich spekuliere auf Basis von Gefühlen und Annahmen. Gesunde Besorgnis hilft mir mich realistisch mit der aktuellen Situation auseinander zu setzen. Ich mache mir bewusst, dass ich auch mit Positivem rechnen kann.

Planen: Überfordere dich nicht, plane realistisch.

Mein Tages-, Wochen- und Monatsplan ist die Basis für mein Handeln. Ich plane realistisch. Unrealistische Pläne sind die Basis für Enttäuschungen. Enttäuschungen führen  zu Selbstzweifeln und untergraben das Selbstvertrauen. Daher bin ich beim Planen besonders vorsichtig und zurückhaltend.

Tun: Minimiere Denken und setze auf Gewohnheiten und bewährte Routinen.

Beim Tun setze ich auf Gewohnheiten und bewährte Routinen. Gewohnheiten und Routinen helfen ins Tun zu kommen. Sie strukturieren den Tag. Sie geben mir das Gefühl der Kontrolle über die eigene Lebenslage und Situation. Ich kann die äußeren Rahmenbedingungen nicht kontrollieren. Mein Denken und Handeln kann ich kontrollieren.

Ruhen: Sorge für Pausen und Auszeiten.

Der Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit führt leicht dazu in operative Hektik zu verfallen. Schwierige und herausfordernde Situationen verleiten dazu besonders aktiv zu werden und alles mögliche auszuprobieren. Auch in schwierigen Situationen gilt es die Balance zwischen Tun und Ruhen zu wahren. Nichtstun ist genauso falsch, wie operative Hektik. Wem vertrauen wir bei einem Sturm mehr. Dem Kapitän, der hektisch herumrennt, das Ruder immer wieder herumreißt und herumschreit. Oder demjenigen, der gelassen agiert und seine Anweisungen mit ruhiger Stimme und bedachten Worten gibt.

Durch meinen Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit ist in mir die Erkenntnis gereift, dass es Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Freiheit nicht ohne Ungewissheit und Unsicherheit gibt. Unsicherheit und Ungewissheit sind Teil meines unternehmerischen Daseins. Sie sind der Preis, den ich für ein selbstbestimmtes Leben zahle. Ich frage mich, bin ich bereit dazu?

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Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entrepreneur

 

Vieles wurde schon gedacht und gesagt. Hier findest du die Quellen und Ressourcen die mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert haben:

Quellen:
Ungewissheit aushalten: Lernen Angst zu lieben
https://karrierebibel.de/ungewissheit/

Bild: shutterstock.com/ Leo Brogioni

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2 Kommentare
  • Sigrid Ruppe-Senn
    Beantworten

    Guten Morgen lieber Herr Bretschko,

    ich verfolge Ihren Blog mit großem Interesse und kann zu Ihren Gedanken vom heutigen Beitrag nur sagen, dass ich ohne Unsicherheit und Ungewissheit, die das unternehmerische Tun mit sich bringen, sicherlich nicht so gewachsen und mich so weiterentwickelt hätte. Gerade diese (oft negativ konnotierte) Seite des Unternehmertums fordern mich täglich heraus und zwingen mich dazu, kreativ zu denken und Szenarien durchzudenken und zu planen.

    Auch wenn es mich auch heute noch oft etwas „schreckt“ und ich mich unwohl damit fühle, weiß ich doch gleichzeitig, dass es diese Seite des Selbstständig-Seins braucht, um etwas bewegen zu können.

    Vielen Dank für Ihren Beitrag, und weiter so!

    Herzlichst,
    Sigrid Ruppe-Senn
    Interalp Touristik & FREIRAUM Co-Working

    • Wolfgang (Cocoquadrat)
      Beantworten

      Hallo Sigrid,
      ich hoffe es ist okay für dich, wenn ich per du antworte. Ich teile deine Ansicht, dass gerade diese Unsicherheit sehr oft dazu führt, die so genannte eigene Komfortzone zu verlassen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass besonders intensives Lernen sehr oft dann statt wenn ich die eigene Grenzen zu spüren bekommen. Ich glaube das wirkliches Lernen diese Grenzerfahrungen braucht.
      Liebe Grüße Wolfgang

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