Hallo Papa, es ist Zeit für Veränderung

550 210 Wolfgang (Cocoquadrat)

Hallo Papa, es ist Zeit für Veränderung – wie Veränderung gelingen kann

von Wolfgang Bretschko

Meine Kinder haben mich unlängst gefragt, ob ich das was ich in meinen Blogbeiträgen schreibe auch selber anwende. Ich habe die Frage im ersten Moment als eine kleine Zumutung empfunden, aber mich der Frage dann doch gestellt. Was soll ich darauf antworten? Ertappt?

Beim letzten Solopreneur Breakfast haben wir uns mit dem Thema Kreativität auseinander gesetzt. Ich habe das Thema aus vier Perspektiven beleuchtet. Kreativität denken, planen, tun und ruhen. Es gab eine lebendige Diskussion, interessante Inputs und zusätzliche Perspektiven. Danach saß ich mit Marina zusammen und wir haben uns darüber unterhalten, wie wir das Geschäft (nach Corona) wieder ankurbeln können. Da hatte ich die spontane Eingebung, wir könnten das Thema vom Solopreneur Breakfast ja hier und jetzt sofort anwenden und mit Kreativität an die Aufgabenstellung herangehen. „Thinking Outside the Box“, „Zeit für Kreativität einplanen / nehmen“, „kreative Pausen nutzen“ und dann in die Umsetzung gehen. Gesagt, getan und es hat funktioniert.

Zu Beginn der Corona Krise habe ich einen Beitrag verfasst, in dem ich geraten habe, den Medienkonsum deutlich einzuschränken, um nicht von den der Fülle der negativen Botschaften erschlagen zu werden. „Vergiss nicht auf deine mentale Gesundheit zu schauen – aktiviere dein Schutzschild!“ so der Titel dieses Beitrages. Nach dem Beitrag habe ich bewusst damit angefangen nur mehr ein Ö1 Journal pro Tag zu hören. Bis dahin waren die Journale mein Tagesbegleiter. Mit dem Morgen-Journal beginne ich meinen Medienkonsum, zu Mittag verfolge ich das erste Update und mit dem Journal um 18:00 konsumiere ich die nächste Aktualisierung. Wobei Update bzw. Aktualisierung in diesem Zusammenhang ein Euphemismus ist, denn nur ganz selten gibt es Ereignisse zwischen 7:00 und 18:00, über man unbedingt informiert sein soll. Ein positiver Nebeneffekt der Reduktion auf ein Journal pro Tag hat sich sofort eingestellt, ich habe mir fast eine Stunde Zeit pro Tag gespart. Mit der sonstigen Medien- und Social Media Abstinenz kommt da einiges an Zeitersparnis zusammen.

Seit dem Beitrag sind einige Wochen vergangen und ich merke, dass mein Medienkonsum wieder ansteigt. Ich beginne die „ein Journal pro Tag Regel“ wieder aufzuweichen.

Das eigene Verhalten zu ändern ist ein zäher Prozess, der Ausdauer und Konsequenz braucht. Wie kann das gelingen?

Aller Anfang ist leicht, durchhalten ist schwer.

Ab sofort jeden Tag eine halbe Stunde laufen zu gehen, endlich wieder mit dem täglichen Meditieren zu beginnen, sind Vorsätze, die sehr schnell gefasst sind. Dann kommt die Umsetzung. Der Start gelingt ja meist sehr gut und nach einer Woche beginnt die Motivation zu bröckeln. Aus der täglichen Laufrunde wird ein Wochenendlauf, aus der täglichen, halbstündigen Meditation wird eine Kurzversion von 3 Minuten am Morgen. Vorsätze sind gut, wenn du etwas nachhaltig verändern willst mache aus dem Vorsatz eine Vereinbarung mit dir selbst. Frage dich bewusst, wie ernst dein Vorhaben für dich ist. Hast du die Zeit dafür, bist du dir bewusst worauf du dich einlassen willst. Willst du das wirklich? Wenn ja, dann verschriftliche dein Vorhaben, mache eine Notiz zum Thema. Denken ist ein erster wichtiger Schritt zur Veränderung, die Verschriftlichung schafft einen deutlich stärkeren Grad der Selbstverpflichtung. Schreibe nieder, was du verändern möchtest und wie. Dadurch erhöhst die Umsetzungswahrscheinlichkeit deutlich.

Ziele festlegen, loslassen und gelassen bleiben.

Mein Verhältnis zu Zielen hat sich über die Jahre geändert. Ich war immer sehr zielorientiert, habe dabei aber übersehen, wie ich zum Sklaven meiner Ziele wurde und wie sie mich in meinem Tun einengen. Erst in den letzten Jahren habe ich realisiert, wie sehr Ziele meine Aufmerksamkeit vom Hier und Jetzt weg lenken. Ich habe erfahren, wie stark Ziele zu einer inneren Unzufriedenheit bei mir führen, weil ich ständig die Kluft sehe zwischen dem, wo ich heute stehe und wo ich hin will. Als mir das klar wurde, habe ich einen entspannteren Blick auf meine Ziele entwickelt. Der Sinn von Zielen liegt für mich heute darin eine Richtung festzulegen, in die ich mich bewegen möchte und damit ins Tun zu kommen.

Knackig formuliert werden Ziele handlungsleitend und helfen so Veränderungen anzustoßen. Die „Ein Journal pro Tag Regel“ ist so ein knackig formuliertes Ziel. Der Nutzen dieses Ziels besteht darin, dass ich mir meiner Gewohnheiten und Entscheidungen bewusst werde. Es ist nicht so, dass es falsch ist, 3 mal täglich Ö1 Journale zu hören. Es geht vielmehr darum, mir darüber im Klaren zu sein, warum ich permanent Nachrichten konsumiere und was ich mit der Zeit alternativ anfangen könnte.

Wenn ich mich bewusst, schriftlich, zu einem knackigen Ziel selbst verpflichtet habe, kann ich das Ziel loslassen. Ich kann es in den Hintergrund treten lassen. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass das Ziel im Unterbewusstsein weiter da ist und ich mich auf mich verlassen kann.  Und wenn ich wieder einmal 3 Journale am Tag höre, geht die Welt auch nicht unter. Es geht nicht um alles oder nichts. Wichtig ist, dass die Richtung stimmt und ich mir dessen was ich tue bewusst bin.

Alte Gewohnheiten durch neue ersetzen.

Eine allgemein bekannte Weisheit besagt, dass ich nicht nicht denken kann. Wenn ich mir vornehme nicht an einen kleinen Babyelefanten zu denken, wird der kleine Freund unweigerlich durch meinen Kopf wandern und dort seine Spuren hinterlassen. Was funktioniert dann? Ich kann mich bewusst gedanklich mit einem ganz anderen Thema beschäftigen, das mich voll und ganz einnimmt und der Babyelefant wird in den Hintergrund rücken.

Genauso kann ich alte Gewohnheiten durch neue Gewohnheiten in den Hintergrund rücken lassen und so den neuen Gewohnheiten zum Durchbruch verhelfen. Wenn ich mittags kein Journal mehr hören will, werde ich mir eine alternative Tätigkeit suchen, die zu einer Gewohnheit werden kann. Ich kann jeden Mittag einen halbstündigen Spaziergang machen. Ich kann mir alternativ vornehmen die Zeit zu nützen um mit einem Freund zu telefonieren. Der Punkt ist, ich muss der lieb gewordenen Gewohnheit eine neue entgegensetzen. So kann ich den kleinen Babyelefanten langsam zum Verschwinden bringen.

Das eigene Verhalten zu ändern ist ein zäher Prozess. Was mir dabei bisher geholfen hat:

  • eine Selbstverpflichtung, am besten schriftlich
  • knackig formulierte Ziele und der gelassene Umgang damit
  • Durchhaltevermögen, das auf neue Gewohnheiten zur Neutralisierung von alten Gewohnheiten setzt.

Damit bin ich beim Ausgangspunkt dieses Blogbeitrages angelangt. Wende ich das an, was ich in meinen Blogbeiträgen schreibe?

Hallo Kinder, ja, ich will!

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entrepreneur

 

Da alles schon gedacht und gesagt wurde, hier die Quellen und Ressourcen die mich zu diesem Blogbeitrag inspiriert haben:
https://markmanson.net/three-months-later-does-the-attention-diet-work
https://www.focusmate.com/science

Im Beitrag angeführte Blogbeiträge von mir:

Vergiss nicht auf deine mentale Gesundheit zu schauen – aktiviere dein Schutzschild!

Wie du Kreativität trainieren kannst

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