Gründen ist kein Sprint, Gründen ist ein Marathon. 

960 637 Wolfgang (Cocoquadrat)

Warum beim Gründen Konsequenz wichtiger ist als Geschwindigkeit und Geduld mit exponentiellen Wachstum belohnt wird.

Jeder, der sich öfter auf etwas Neues einläßt, weiß, dass aller Anfang schwer ist und gerade zu Beginn einige Hindernisse zu überwinden sind. Heute möchte ich darauf eingehen, auf was du gerade zu Beginn achten solltest und was du dir sparen kannst.

Jeder der schon einmal einen Marathon gelaufen ist weiß, dass gerade die ersten Kilometer darüber entscheiden, wie es einem dann zwischen Kilometer 30 und 40 geht. Die letzten zwei Kilometer schafft man dann fast immer. Am Anfang ist das Gedränge und die Hektik bei einem Marathon immer groß. Es kann gar nicht schnell genug los gehen. Auf den ersten Kilometern hatte ich oft den Eindruck, ich werde ständig nur überholt und falle immer weiter zurück. Dabei wird oft übersehen, dass es nicht das Ziel des Marathons ist, möglichst schnell den Pulk der Läufer am Start hinter sich zu lassen. Es spielt wenig bis gar keine Rolle, welche Kilometerzeit man auf den ersten 3 bis 5 Kilometern hat. Vielmehr kommst es darauf an seine Kräfte bzw. Ressourcen klug einzuteilen, damit man auch nach 30 Kilometern in der Lage ist, eine vernünftige Zeit hinzulegen und man nicht, von Krämpfen geplagt, am Straßenrand liegen bleibt, weil die eigene Kraft am Ende ist.

Wer ein erfolgreiches Geschäft aufbauen will braucht die Ausdauer und die Weitsicht eines Marathonläufers.

Oft gibt es noch  kein marktfähiges Produkt, noch keine Kunden, noch keine Mitarbeiter. Das gilt es zu entwickeln, dafür braucht es Zeit und Geduld. Das passende Team zu finden und dann in der Zusammenarbeit herauszufinden, wo die jeweiligen Stärken liegen, passiert nicht von heute auf morgen. Ein Produkt zu entwickeln, das vom Markt angenommen wird, kann einige Zeit dauern. Das bekannte Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“ vermittelt die dafür notwendige Einstellung.

 

Konsequenz ist wichtiger als Geschwindigkeit

„Fail fast“ ein oft gehörtes Management Mantra, vermittelt den Eindruck, es kommt vor allem auf Geschwindigkeit an. Wir leben in einer Zeit der permanenten Beschleunigung  und Vieles läßt sich heute auch tatsächlich viel schneller erledigen als noch vor 5, 10 oder 15 Jahren. Vieles aber eben nicht alles. Ich bin der Überzeugung, das gerade beim Start, wenn wir etwas neues Beginnen, die Gefahr besteht, sich durch ein zu hohes Tempo zu überfordern. Die Ziele sind meist sehr ambitioniert gesteckt und schon nach ein paar Monaten ist man leicht erschöpft weil man den eigenen Plänen hinterherläuft.

Achtung: Speed kills! Gönne dir die Zeit zu lernen und Fehler zu machen.

In aller Regel geht es bei neuen Produkten oder Dienstleistungen darum, die potentiellen Kunden davon zu überzeugen, eine lieb gewonnenes Produkt, eine lieb gewonnene Gewohnheit aufzugeben und auf das neue Produkt umzusteigen. Vom Vorsatz bis zur Umsetzung ist der Weg oft noch lange.  Jeder, der sich schon einmal vorgenommen hat, das Rauchen aufzugeben oder abzunhemen, weiß davon ein Lied zu singen. Solche Prozesse brauchen ihre eigene Zeit und können oft auch nur schwer beschleunigt werden. Wichtiger als Geschwindigkeit ist daher Konsequenz. Beim Wandern in den Bergen habe ich gelernt,
dass es mehr bringt mit Bedacht konsequent einen Schrift vor den anderen zu setzen, als möglichst schnell weiterzukommen.

 

Geduld wird mit exponentiellen Wachstum belohnt

Etwas über 20% aller Neugründungen scheitern in den ersten beiden Jahren. Warum? Weil sie zu schnell gestartet sind, weil sie „fail fast“ zu wörtlich genommen haben und weil sie zu früh aufgegeben habe. Je länger man durchhält desto geringer ist Wahrscheinlichkeit zu scheitern.

Warum ist das so? Je länger man durchhält desto besser lernt man den Markt und seine Besonderheit kennen. Desto besser wird das eigene Produkt, desto stabiler wird die eigene Organisation und die Abläufe. Es verwundert nicht, dass die Planungsabweichungen gerade in den ersten Jahren am höchsten sind. Man kann den Markt schlicht und ergreifend noch nicht so gut einschätzen. Wer gerade damit beginnt zu bloggen, wird bei den ersten Blogs wahrscheinlich doppelt so lange brauchen um zu recherchieren, um den ersten Entwurf zu schreiben, um für die entsprechende Umsetzung in WordPress zu sorgen. Wer konsequent dran bleibt, wird belohnt.Wer zu früh aufgibt, macht alle Erfahrungen zu nichte und kann nicht von einer positiven Lernkurve profitieren.

Neben den Effekten einer positiven Lernkurve unterschätzen wir gerne auch exponentielle Wachstumskurven. Gerade wenn man mit etwas Neuem beginnt, entsteht oft der Eindruck, dass sich  zu Beginn nichts bewegt und man ist mit sich unzufrieden. Gerade in solchen Momenten braucht es Durchhaltevermögen, braucht es wiederum Geduld. Manche Investments in Marketing, in den Aufbau einer Kundenbeziehung oder in den Aufbau des eigenen Teams machen sich erst mit etwas Zeitverzögerung bemerkbar.

Wer zu früh aufgibt, wird diese positiven Effekte nie erfahren. Durchhaltevermögen wird belohnt!

 

Individualität bringt mehr als Benchmarking

In seinem Buch „Die Kunst sich schlecht zu fühlen“ demonstriert Dan Greenburg mittels Humor die heimtückische Macht, die das Denken in Vergleichen auf uns ausüben kann. Er schlägt vor, dass die Leser, die den ernsthaften Wunsch haben, sich ihr Leben zu vermiesen, lernen sollen, sich mit anderen zu vergleichen. Jeder der sich gerne auf Linkedin Lebensläufe und Karrierepfade ansieht, kann diesen Effekt live mitverfolgen, je mehr Lebensläufe man sich ansieht, desto schlechter fühlt man sich. Man bekommt schnell einen umfassenden Überblick, was man nicht noch alles können sollte, welche Fähigkeiten und Erfahrungen noch wichtig wären, um erfolgreich zu sein.

Wir werden ständig dazu angehalten uns zu vergleichen um von den Besten zu lernen. Benchmarking gehört heute zum Standardrepertoire im Management, systematisch betrieben führt dies immer dazu, dass man sich schlecht fühlt. Es wird immer jemanden geben, der etwas besser macht.

Vergleiche führen unwillkürlich zu einer Fokussierung auf Defizite.

Umso mehr trifft das zu, wenn man eine erfolgreiches Geschäft von Null, sozusagen auf der grünen Wiese aufbaut. Mit wem soll man sich da vergleichen, mit einem erfolgreichen Mitbewerber, der bereits seit 5 oder 10 Jahren am Markt ist. Dieser Vergleich kann nur damit enden, dass man frustriert wird und zu Überzeugung gelangt, dass man es nicht schaffen wird. Man vergleicht, so banal das klingt, Äpfel mit Birnen.

Gerade zu Beginn geht es darum, seinen eigenen Weg zu gehen, seine eigene Identität zu finden und aufzubauen.

  • Innovation entsteht nicht durch Benchmarking. 
  • Speed kills – Konsequenz bring mehr als Geschwindigkeit
  • Wer zu schnell aufgibt, der versäumt das Beste: den Erfolg!