Denken, Planen, Tun und Ruhen in Zeiten von COVID-19

1080 489 Wolfgang (Cocoquadrat)

Denken, Planen, Tun und Ruhen in Zeiten von COVID-19

von Wolfgang Bretschko

Die Spanische Grippe hat zwischen 1918 und 1920 in zwei Wellen mindestens 25 Millionen Menschen weltweit das Leben gekostet bei einer Bevölkerung von damals 1,8 Milliarden. Wir Menschen sind extrem widerstands- und anpassungsfähig. Wir haben Naturkatastrophen, Kriege und Seuchen überlebt. Wir werden auch Corona überleben!

Am Freitag dem 13. März hieß es, ab dem darauffolgenden Montag dürfen wir das Cocoquadrat nur mehr von 8:00 bis 15:00 geöffnet haben. Am Sonntag Vormittag rief mich mein Sohn an und sagte mir, dass ich ab Dienstag zusperren müsse. Ich konnte es nicht glauben und fragte ihn woher er das Gerücht habe. Es war kein Gerücht. Ab Dienstag mussten wir schließen, wie tausende andere Geschäfte in Österreich. Ich ärgerte mich, ich war verunsichert, ich fragte mich, ob das tatsächlich notwendig sei. Nach einem schlaflosen Wochenende war für mich klar, ich muss auf einen Notbetrieb umstellen. Ich habe am Montag und Dienstag die notwendigen Maßnahmen für unsere beiden Standorte in Wien und Graz umgesetzt. Am Montag war ich in Graz vor Ort und habe mit den Mitarbeiten gesprochen. Am Dienstag bin ich nach Wien gefahren. Ich habe mich mit der Situation abgefunden. Es hat ein paar Tage gedauert bis ich meinen Arbeitsalltag und Arbeitsrhythmus an die neuen Gegebenheiten angepasst habe. Ich habe die Prioritäten neu geordnet.

Seit drei Wochen leben wir mit Ausgangsbeschränkungen im Ausnahmezustand. Social Distancing, ein Begriff, den wir zu Beginn des Jahres noch kaum kannten, ist in aller Munde. Home Office ist angesagt.

Mehr denn je kommt es jetzt auf dich an.

  • Mit welcher Einstellung startest du in den Tag?
  • Wie planst du deinen Tag?
  • Wie kommst du in ein produktives Tun?
  • Wieviele Pausen gönnst du dir?
  • Wie kannst du deinen Arbeitstag ein bewusst beenden?

Dein Denken, Planen, Tun und Ruhen sind Bausteine für die Gestaltung deines Tages. Du entscheidest wie zufrieden du dich am Abend ins Bett legst.

Denken

Die aktuelle Situation ist geprägt von Unsicherheit. Viele Fragen, auf die es aktuell keine Antworten gibt, beschäftigen jeden von uns.

  • Wie und wann wird es weiter gehen?
  • Wie lange kann bzw. muss ich durchhalten?
  • Wie kann ich die Krise nutzen?
  • Worin liegt eine Chance?

Im Moment weiß niemand was passieren wird und wie es weiter geht. Mit derartig viel Unsicherheit kann unser Hirn nur sehr schwer umgehen. Unsicherheit erzeugt Stress. Wir neigen dazu, immer in Worst Case Szenarien zu denken. Zeitungen, Magazine, TV-Nachrichtensendungen sind voll mit Worst Case Szenarien. Auf allen Kanälen werden wir mit negativen Nachrichten bombardiert. Die Social Media Kanäle sind voll von Gerüchten und Verschwörungstheorien. Sehr leicht können wir uns von dieser negativen Welle hinweg spülen lassen.

In einer derartigen Situation kommt es darauf an, das eigene Denken noch bewusster zu steuern und zu kontrollieren. Aus der Informatik stammt die Phrase „Garbage In, Garbage Out“ die besagt, dass ein Rechner nur dann brauchbare Ergebnisse  produziert, wenn die Eingaben aussagekräftig und stimmig sind. Wenn ich mein Hirn mit allen möglichen Informationen zumülle, ist es nicht mehr in der Lage produktiv und kreativ zu arbeiten.

Daher limitiere den Input, den Nachrichtenkonsum. Achte ganz bewusst darauf, was du konsumiert und wann. Seit einer Woche konsumiere ich zum Frühstück keine Nachrichten mehr. Das Ergebnis: Ich bin am Vormittag deutlich produktiver und bringe mehr weiter. Es reicht, wenn ich mich einmal am Tag auf den neuesten Stand bringe und das muss nicht in der Früh sein.

Neben dem Input, achte ich auch ganz bewusst auf meinen inneren Dialog. Wenn sich mein Gedankenkarussell all zu schnell bewegt und ich von einem Worst Case Szenario zum nächsten hüpfe, ist es Zeit die Stopp-Taste zu drücken. Was mein Hirn produziert sind nichts anderes als Gedanken. Gedanken kann ich jederzeit ändern. Zu jedem Worst Case Szenario kann ich auch ein Best Case Szenario stellen. Denn im Moment weiß niemand was passieren wird und wie es weiter geht.

Planen

Aktuell kommt der Planung des Tages eine besondere Bedeutung zu. Ich glaube, dass es mehr denn je darauf ankommt realistisch zu planen. Die Situation selbst ist herausfordernd genug, da muss ich mich nicht noch durch eine besonders fordernde Planung zusätzlich unter Druck setzen. Jetzt geht es darum Druck raus zu nehmen. Ob ich am Abend frustriert oder zufrieden bin, hängt wesentlich davon ab wie ich meinen Tag strukturiere und welche Aufgaben ich mir vornehme.

Ich finde die nach wie vor beste Methode den Tag zu planen stammt von Ivy Lee. Mache dir am Abend eine Liste mit den 3 bis 5 wichtigste Aufgaben, die du am nächsten Tag erledigen möchtest. Lege die Reihenfolge fest, in der du die Aufgaben erledigen möchtest. Ich plane auch die Zeit, die ich je Aufgabe aufwenden möchte, damit schätze ich auch ab, wie sich alles ausgehen kann, wie realistisch meine Planung ist. Am nächsten Tag erledige ich die Aufgaben in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit.

Tun

Um vom Denken und Planen ins Tun zu kommen braucht es oft Selbstüberwindung. Manchmal plane ich am Abend, dass ich am Morgen eine Runde laufen gehen werde. Ich stelle mich mental darauf ein und freue mich auf die Dusche und das Frühstück danach. Am Morgen sieht die Welt dann doch anders aus. Ich bin zeitig aufgewacht. Ich bin ins Grübeln gekommen. Ich komme nicht aus dem Bett. Mein Plan und meine Vorsätze sind dahin.

Oft sitzen wir vor unserem Laptop oder starren auf unser Smartphone und wissen nicht wie wir eine wichtige Aufgabe angehen sollen, wie das Telefonat starten. Dabei ist es ganz einfach: „Man muss es nur angehen!“, sagt Marc Manson und nennt es das „Einfach-Tun“ Prinzip.

„Sitz nicht einfach nur da. Tu etwas. Die Antworten werden folgen. Aktion ist nicht nur das Ergebnis von Motivation, sie ist auch der Auslöser für Motivation.“

Wann, wenn nicht jetzt ist es Zeit, Neues einfach auszuprobieren.
Wann, wenn nicht jetzt ist es Zeit, alte Glaubenssätze über Bord zu werfen.
Trau dich einfach! Augen zu und durch!

Wenn uns die Krise eines gelehrt hat, dann, was alles möglich ist. Einfach tun lautet aktuell die Devise.

„Leben ist, nichts zu wissen und trotzdem etwas zu tun.“

Manson, Mark. Die subtile Kunst des Daraufscheißens (German Edition) (S.169). mvg Verlag. Kindle-Version.

Ruhen

Aktuell müssen wir auf  begrenztem Raum arbeiten und leben, zu zweit, zu dritt oder vielleicht zu viert. Das erfordert besondere Achtsamkeit im Umgang mit uns selbst und unseren Mitbewohnern. Die Umstände mögen uns dazu verleiten, noch mehr als sonst zu arbeiten. Wir neigen dazu, die Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit noch mehr verschwimmen zu lassen. Das ist gefährlich, mehr denn je geht es darum, auf eine gesunde Balance zu achten. Pausen zu machen, zu entspannen und abzuschalten. Raus zu gehen und die Natur zu genießen und die Batterien aufzuladen. Denn diese Krise wird nicht am 13. April zu Ende sein. Es ist ein Marathon, daher achte auf deine Ressourcen.

Wer nach der Pomodoro Methode arbeitet, weiß wie wichtig regelmäßige Pausen sind, um produktiv und kreativ länger Arbeitsphasen zu gestalten. Ich nehme mir aktuell zu Mittag 1 bis 2 Stunden  Zeit um zu ruhen. Ich esse, lege mich kurz hin und gehe dann hinaus und mache einen Spaziergang. Das Ergebnis: Ich bin am Nachmittag produktiver und vor allem auch kreativer.

Achte auf dein Denken. Überflute dich nicht mit Nachrichtenmüll und steuere deinen inneren Dialog.

Plane realistisch. Überfordere dich nicht. Nimm Druck heraus.

Einfach-Tun ist das Gebot der Stunde. Trau dich! Augen zu und durch!

Ruhe dich aus. Gönne dir Pausen und achte auf deine Ressourcen.

 

 

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

#designyourlife #solopreneur #entreprenuer

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