Warum du am Vorabend entscheidest wie erfolgreich dein nächster Tag wird?

1024 678 Wolfgang (Cocoquadrat)

Meine Frau und ich lieben lange Wanderungen  und Bergtouren. Wenn die Wetteraussichten für das Wochenende passen beginnen wir ab Mittwoch darüber zu reden, auf welchen Berg es dieses Wochenende gehen soll. Wollen wir es eher gemütlich angehen oder nehmen uns eine Zweitagestour vor? Am Freitag werden dann die Rücksäcke gepackt. Die Jause wird vorbereitet, die Trinkflaschen bereitgestellt, die Tourenbeschreibung nochmals gecheckt. Meine Frau ist bei der Vorbereitung am Vorabend der Tour sehr akribisch, sie will am nächsten Tag zeitig in de Früh ohne Hektik durchstarten. Je nach Tour starten wir dann zwischen 4:00 und 5:00 Uhr morgens. Alles ist griffbereit, wir sind startklar für einen erlebnisreichen Wandertag.

Je besser wir uns am Abend vorbereitet und abgestimmt haben desto stressfreier verläuft der Morgen und desto schöner wird die Wanderung.

Immer wieder lese ich wie wichtig eine gute Morgenroutine ist, um gut in den Tag starten zu können. Ich habe gelernt, beim Wandern und Bergtourengehen ist die Vorbereitung am Vorabend der Tour erfolgskritisch.

Ich bin ein Morgenmensch. Zwischen 5:00 Uhr und 5:30 Uhr wache ich auf. Ich starte meinen Arbeitstag mit einer sehr kurzen Planungseinheit von max. 10 eher 5 Minuten, denn ich habe mich auf den Tag schon am Vorabend vorbereitet. Ich gehe meine Termine kurz durch und überfliege meine Aufgabenliste. Ich vermeide es meinen E-Mail-Account zu checken denn das birgt die Gefahr, dass ich in Aktualitäten und Dringlichkeiten versinke und damit schon zu Beginn des Tages die eigene Agenda über den Haufen werfe.

So wichtig der Tagesbeginn ist, für mich ist der Tagesabschluss noch wichtiger, er ist erfolgskritisch für den nächsten Tag.

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Eine gute Tagesabschlussroutine besteht aus zwei Teilen:

  • Tagesrückblick
  • Planung und Vorschau für den nächsten Tag

Zusätzlich sorgt eine gute Tagesabschlussroutine für eine positive Nebenwirkung von unschätzbaren Wert. Eine ruhige Nacht und einen erholsamen Schlaf.

1.)Tagesrückblick

Die Erinnerungen an den abgelaufenen Tag sind noch frisch. So ist ein Vergleich zwischen dem was ich mir vorgenommen habe und dem was ich schaffen konnte schnell erledigt. Ich kann darüber reflektieren woran es lag, dass ich vieles von dem was ich mir vorgenommen habe nicht erledigen konnte und ich kann das dann in der Planung für die kommenden Tage gut berücksichtigen. Ich kann mir einen Überblick verschaffen in welche Aktivitäten meine Zeit geflossen ist und wofür ich deutlich mehr Zeit verbraucht habe, als ich geplant hatte.

Um herauszufinden, welche Aktivitäten mir Energie und Motivation verschaffen und welche mich ermüden und mir den Tag vermiesen können, ist ein Good Time Journal hilfreich. Das von Bill Burnett und Dave Evans entwickelte Tool hilft gezielt darauf zu achten.

All dies hilft mir meine Planung von Tag zu Tag zu verbessern und so einen besseren und realistischeren Eindruck dafür zu bekommen was schaffbar ist und was nicht.

Nichts sorgt für mehr Unzufriedenheit als täglich hinter den eigenen Erwartungen und Ziele hinterherzuhinken.
Unerledigtes hat die unangenehme Eigenschaft uns in der Nacht zu verfolgen und uns den Schlaf zu rauben.

2.) Planung und Vorschau auf den nächsten Tag

Als besonders hilfreich und nützlich empfinde ich persönlich die Ivy Lee Methode. Bei dieser Methode geht es im Wesentlichen darum eine Liste mit den sechs wichtigsten Aufgaben für den nächsten Tag zu erstellen, die jedenfalls erledigt werden sollen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist diese Aufgaben zu priorisieren und dann auch in dieser Reihenfolge ab zuarbeiten. D.h. ich starte mit der wichtigsten Aufgabe als erstes, wenn ich dies erledigt habe beginne ich die nächste Aufgabe.

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Klingt einfach praktikabel und leicht umsetzbar, ist es aber in der Praxis nicht.

Warum? Damit ich Prioritäten setzen und die sechs wichtigsten Ausgaben herausfiltern kann, brauche ich ein klares Bild über meine Ziele. Ich entscheide über die Reihenfolge, ich entscheide was gerade nicht so wichtig ist. Das fällt nicht immer leicht insbesondere dann wenn es Zielkonflikte gibt. Je klarer meine Bild von dem ist was ich erreichen will, was mir wichtig desto leichter fällt mir das tägliche Prioritäten setzen. Wenn es mir schwer fällt zwischen wichtigen und unwichtigen zu unterscheiden, ist das in aller Regel ein Indiz dafür, dass ich mir über meine Ziele noch nicht im klaren bin.

Entscheiden heißt Wichtiges von Unwichtigen trennen.
Entscheiden bedeutet mich von der Illusion zu trennen alles schaffen zu können.
Entscheiden zwingt mich der Realität zu stellen und realistisch zu planen.

Je klarer ich weiß was mein Ziel ist, wohin ich steuere desto einfacher fällt mir die Priorisierung meiner täglichen Aktivitäten.Je mehr ich über mich, meine Stärken und Vorlieben Bescheid weiß , desto realistischer kann ich planen.

Wenn ich meine Prioritätenliste, analog oder digital, für den nächsten Tag erstellt habe, ist es Zeit den Tag abzuschließen.

Sich dafür ein eigenes Ritual zurechtzulegen kann hilfreich sein. Ich schließe bewusst alle Programme und Fenster und fahre meinen Laptop runter. Ich schreibe einen kurzen Tagebucheintrag und nehme mir dafür 3 Minuten.

Der bewusste Abschluss des Tages und die Planung für den nächsten Tag daueren nicht länger als 15-20 Minuten. Ich trage mir diese 20 Minuten bewusst als Termin in den Kalender ein.

Warum lohnt es sich 20 Minuten am Abend zu investieren?

  • Ich werde von Tag zu Tage besser, weil ich mich, meine Leistungsfähigkeit und meine Grenzen immer besser kennenlerne.
  • Ich schließe den Tag bewusst ab und nehme nichts in die Nacht mit.
  • Ich kann viel besser schlafen und bin am Morgen ausgeschlafen und fit für einen neuen Tag.
  • Ich weiß womit am Morgen starte und komme so viel schneller ins Tun.

Die Morgenroutine sorgt dann nur mehr dafür, den Tag noch einmal kurz durch zugehen, wie ein Skifahrer, der vor dem Start den Lauf noch einmal vor seinem geistigen Auge durchgeht und sich dann ins Starthäuschen begibt.

Los geht’s! Viel Freude beim Tun!

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

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