Über die Macht von Träumen #gründenmit40plus

1080 761 Wolfgang (Cocoquadrat)

Wie positive Gefühle bei der Umsetzung helfen und warum auch Zweifel ihre Berechtigung haben.

Meinen letzten Blogbeitrag habe ich mit einem Zitat von Hansi Hansmann begonnen.

„Nur wer groß träumt, hat auch die Chance große Dinge zu machen“.

Seit gut einem halben Jahr begegnet mir das Thema Träumen immer wieder. Erst vor kurzen bin ich über einen Artikel im Zeitmagazin „Achtsamkeit: Du bist was du denkst“ auf das Buch von Gabriele Oettingen „Die Psychologie des Gelingens“ aufmerksam geworden. In dem Buch beschäftig sich Oettingen schwerpunktmäßig mit der Frage wie man seine Träume und Wünsche am wirksamsten in  die Realität umsetzen kann.

Ich selbst würde mich nicht als passionierten Träumer bezeichnen. Ich bin schon eher das Gegenteil, sehr Zahlen-, Daten- und Faktenorientiert. Ziele müssen so smart wie möglich sein. Einer meiner Leitsprüche war immer „If you can`t measure it, you can`t manage it“. Diese Grundeinstellung war auch in dem Umfeld, in dem ich lange tätig war, sehr zielführend und wirksam. Ein Medienunternehmen mit einer langen Tradition und Geschichte. Da fand ich als Manager eine bestehende Kultur vor, es gab viele eingeübte Prozesse und Abläufe. Wenn du in so einem Umfeld tätig wirst, steigst du gleichsam in einen fließenden Strom ein, schwimmst ein Stück des Weges mit, versucht je nach Position, den eigenen Schwimmstil zu entwicklen.Den  Lauf des Stroms nachhaltig zu ändern ist in so einem Fall ein schwieriges Unterfangen. Das musste auch Barack Obama erkennen. Das Bild mit dem Fluss hat er in einem Interview verwendet um die eigenen Möglichkeiten als Präsident zu relativieren.

Ganz anders die Situation, als ich mich selbständig machte und für mich entschieden hatte als Unternehmer tätig zu werden. Da gibt es noch keine Geschichte, auf die ich zurückgreifen kann und die mich in meinem Tun einschränkt bzw. bestimmt.  Als ich COCOQUADRAT vor einem Jahr gründete, war die Idee, mein Traum, etwas zu schaffen, das es in der Form noch nicht gab. Ich habe rasch erkannt, dass ich mit smarten Zielen allein nicht weiter komme. Da braucht es die Fähigkeit zu träumen, Visionen zu entwicklen, die über die Ziele, die man in 1,2 bzw. 3 Jahren erreichen möchte, hinausreichen.

Träume geben Zielen erst einen Sinn.

Während etablierte Unternehmen von ihren  Erfolgen in der Vergangenheit sprechen, schwelgen Startups und Neugründungen von der schillernden Zukunft. Langsam wird mir klarer, warum das so sein muss.

Je weniger Geschichte da ist, desto größer sind die Träume.
Wer nicht träumen kann, wird sich schwer tun, Neues zu gründen, Neues zu schaffen.

Die Zukunft eines jeden Menschen ist, frei nach Viktor Frankl, voller Möglichkeiten. Das Träumen eröffnet den Raum dieser  Möglichkeiten und schlußendlich wird durch das Träumen auch mein Handeln in der Gegenwart bestimmt. Wenn ich mir vorstellen kann, wohin ich möchte, was ich in der Zukunft gerne sein möchte, bin ich auch in der Lage mich dorthin zu bewegen. Will ich andere von einer Idee überzeugen, muss ich in der Lage sein, diese auch weiter vermitteln zu können und dazu muss ich selbst in der Lage sein diese Zukunft zu träumen. Die Erste, die ich von der Idee COCOQUADRAT überzeugt habe war Vera, meine Cofounderin. Ich habe mich mit ihr in Wien im Moto am Fluss getroffen und ihr erzählt was ich vor habe und sie gefragt, ob sie mitmachen möchte. Die meisten Träume brauchen Mitstreiter, Mitarbeiter, Investoren und vor allem Kunden.

Es gibt das schöne Sprichwort, aller Anfang ist schwer. Daher braucht es gerade zu Beginn neben einem Traum auch eine gesunde Portion Optimismus. Welche Auswirkungen eine positive Grundstimmung hat und wie man sich diese auch erarbeiten kann beschreibt Barbara Fredrickson in ihrem Buch „Die Macht der guten Gefühle“ anhand vieler Beispiele. Sie untermauert ihre Thesen auch mit zahlreiche wissenschaftlichen Belegen. Wer über eine positive Grundhaltung verfügt, ist optimistischer, offner und kreativer und kann auf mehr psychologische und mentale Stärke zurückgreifen. Fähigkeiten die jeder braucht, wenn er ein Unternehmen gründen möchte und Neues erschaffen möchte.

Wenn außer der Idee, dem Konzept noch wenig da ist, musst du viel Überzeugungsarbeit leisten. Gerade zu Beginn läuft nicht immer alles nach Plan, du musst Ziele revidieren und siehts ein, dass du zu ehrgeizig warst. All das wird gelingen, wenn du einen Traum hast, für den es sich lohnt, auch Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, für den sich lohnt zu kämpfen und auch Rückschläge zu bewältigen.

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Mit einer positiven Grundeinstellung wird dir das besser gelingen und leichter fallen und du wirst mit dieser positiven Grundeinstellung dein Umfeld inspirieren und motivieren. Es wäre vermessen zu glauben, dass du immer gut drauf sein kannst, dass du alles einfach mit der rosa Brille betrachtest und es dann gut sein wird. Fredrickson geht vom einem „positiven Quotienten“ von 3:1 zwischen positiven und negativen Gefühlen aus.

Dreimal mehr positive Gefühle zu haben als negative ist für Fredrickson der Tipping Point, der unser Leben grundlegend zum Positiven hin verbessern kann.

Sie verdeutlicht anhand vieler praktischer Beispiele wie es im Alltag gelingen kann den eigenen positiven Quotienten zu stärken und damit ganz bewusst dafür zu sorgen, mehr Positives als Negatives zu fühlen.Wenn es gelingt die Welt primär positiv zu sehen, wirst du auch schwierige Situationen besser meistern.

Ich selbst neige oft zum Grübeln. In manch schlaflosen Nächten durchdenke ich worst case Szenarien. Wobei in solchen Grübelphasen, Phantasie und Kreativität grenzenlos sein können. Ich komme vom hundertsten in tausendste. Da kann es schon passieren, dass aus einer Mücke ein Elefant wird. Die Wirklichkeit hat mich gelehrt, dass es meistens nicht so schlimm kommt wie ich es mir ausgemalt habe und dass vieles nicht so heiß gegessen wird wie  es gekocht wird.

Vor diesem Hintergrund habe ich mich oft gefragt, ob mein Grübeln und Zweifeln Gift für die Umsetzung ist, ob ich dadurch, quasi im Sinne einer self fulfilling prophecy das Worst Case Szenario herbei denke.

Dass das Grübeln auch eine positive Funktion haben kann zeigen die Forschungsarbeiten von Gabriele Oettingen. Sie hat nachgewiesen, dass jene, die ihre Träume mit den möglichen Hinternissen im Hier und Jetzt kontrastieren, eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit haben ihr Vorhaben umzusetzen, als jene, die nur in ihren Träumen schwelgen. Es geht darum negative Gefühle sinnvoll einzusetzen und ihren Nutzen, uns vor Gefahren und Hindernissen zu bewahren, zu sehen. Oettingen hat daraus ein einfaches Modell entwickelt, dass sie mit dem Acronym  WOOP versehen hat, dabei steht das W für den Wunsch bzw. den Traum den du gerne verwirklichen möchtest, das O (Outcome) für das Ergebnis, dass du gerne erzielen möchtest, das zweite O (Obstacle) für die Hindernisse die bei der Realisierung auftreten können und das P für den Plan, den du zur Überwindung der Hindernisse entwickelst.

Meine Schlussfolgerungen:

1.) Wenn du etwas Neues erschaffen möchtest, habe den Mut groß zu träumen. Denn nur wer groß träumt, hat auch die Chance große Dinge zu machen.

2.) Eine positive Grundeinstellung sorgt für die mentale Stärke, die es braucht um Träume zu realisieren. Jeder kann an dieser positiven Grundeinstellung arbeiten.

3.) Stelle dich proaktiv den möglichen Hindernissen und erarbeite einen Plan zur Überwindung dieser Hindernisse, dann erhöhst du die Wahrscheinlichkeit deine Träume zu realisieren.

Ressourcen & Quellen:

#gründenmit40plus #speedcoaching

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung
Mehr Infos zu Wolfgang Bretschko: www.coco360.at