Sei dir ein guter Freund und nutze deinen inneren Dialog um dich zu stärken

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In diesem Blogbeitrag erfährst du:

  • Warum du dir eine guter Freund sein sollst
  • Warum du deine wichtigste Ressource bist
  • Wie du deine inneren Antreiber für dich nutzen kannst

von Wolfgang Bretschko

Wer kennt die Situation nicht. Du startest mit viel Energie und Zuversicht in ein neues Jahr, ein neues Projekt. Du hast ambitioniert geplant und dir einiges vorgenommen. Du hast eine Liste erstellt, was du gerne besser oder anders machen möchtest. Doch dann bricht die Realität über dich herein, es passieren ein, zwei unerwartet Ereignisse und alle Pläne und guten Vorsätze sind dahin. So passiert letzte Woche. Ich bin voller Zuversicht und positiv gestimmt ins neue Jahr gestartet. Am 2. Arbeitstag bekomme ich einen Anruf, dass die Heizung im Geschäftslokal nicht funktioniert und eine Stunde später kündigt ein Mitarbeiter.

Ich beginne mir auszumalen, wie kompliziert und kostenintensiv die Reparatur der Heizung sein wird. Ich stelle mir vor wie die Kunden mit russischer Pelzmütze bei uns im Lokal sitzen. Ich mache mir Vorwürfe, bei der Auswahl des Mitarbeiters nicht sorgfältig genug gewesen zu sein. Schnell wird aus einer Mücke ein Elefant. Mit einem Schlag sind meine Vorsätze und Pläne dahin.

Jedes kleine Problem wird rasch zu einer Katastrophe, ein Worst Case Szenario jagt das andere. Ein innerer Dialog hat sich in Gang gesetzt, der unbewusst startet und mir das Leben zur Hölle macht. Es ist fast so, als ob ich ein paar innere Feinde beherbergen würde, die eine helle Freude daran haben mich schlecht zu machen.

Wir neigen oft zur Selbstsabotage.
Wir machen uns das selber Leben schwer.
Vor lauter Denken und Grübeln kommen wir nicht ins Handeln.

Stell dir nun vor, ein sehr guter Freund kommt zu dir und berichtet dir von den selben Vorfällen. Er erzählt wie deprimiert und frustriert er ist, wie unzufrieden er mit sich und der Welt ist. Du siehst, dass er an sich zweifelt und die Welt immer negativer malt.

Wie würdest du reagieren? Würdest du ihm Vorwürfe machen? Würdest du ihm sagen, dass du es schon immer gewusst hast und er einfach der Aufgabe nicht gewachsen ist? Würdest du beginnen die Vorfälle noch düsterer ausschmücken und damit die negative Spirale noch ein paar Drehungen nach unten ziehen. Wohl kaum, er würde wahrscheinlich kein zweites Mal mit seinen Problemen zu dir kommen. Er würde noch frustrierter weg gehen als er gekommen ist. Eure Freundschaft wäre wohl nicht von langer Dauer.

Wir sollten uns selbst mindestens so wohlwollend und wertschätzenden behandeln wie wir unsere guten Freunde behandeln und wie wir von unseren guten Freuden behandelt werden wollen. Wir müssen unser ganzes Leben mit uns selber auskommen also sollten wir Freundschaft mit uns schließen. Wir sollten wissen, wann wir ein Stück Aufmunterung brauchen. Wir sollten wissen, wann es Zeit für eine Pause ist und unsere Energiespeicher leer sind.

Wir selbst sind unsere wichtigste Ressource.

  • Warum sind wir uns selbst gegenüber oft viel kritischer als gegenüber anderen Menschen?
  • Warum neigen wir dazu uns viel härter zu beurteilen und bewerten, als wir gute Freunde behandeln würden?

Wir sind einem ständigen inneren Dialog ausgesetzt, wir bewerten und beurteilen alle Situationen, ob sie gut oder schlecht für uns sind und ob eine Gefahr davon ausgeht.

Diese ständigen Beurteilungs- und Bewertungsprozesse laufen oft automatisch ab und wir sind uns dieser Prozesse und Abläufe gar nicht bewusst. Wir fahren mit Autopilot. Um uns besser kennen zu lernen und ein guter Freund sein zu können, sollten wir den Autopiloten immer wieder ausschalten und das Steuer selbst in die Hand nehmen.

Es gibt viele Theorien und Vorstellungen zu den inneren Feinden. Sehr nützliche find ich das Modell der inneren Antreiber des amerikanischen Transaktionsanalytikers Taibi Kahler. Es hilft den ständig ablaufenden inneren Dialog besser zu verstehen und damit auch zu steuern beginnen.

Er definiert fünf Antreiber, die als typisch für die Selbststeuerung von Menschen gelten.

  1. Der „Sei stark!“-Antreiber
  2. Der „Sei perfekt!“-Antreiber
  3. Der „Mach es allen recht!“-Antreiber
  4. Der „Beeil dich!“-Antreiber
  5. Der „Streng dich an!“-Antreiber

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Quelle

Diese Antreiber steuern unser Denken, Fühlen und Handeln. Wie viele unserer Handlungsmuster, werden sie in der Kindheit geprägt. Um sie nutzen zu können sollten wir die inneren Antreiber zu Freunden machen die uns stärken. Dafür ist es erst einmal wichtig sie zu identifizieren und besser kennenzulernen.

Drei Schritte können helfen, deine inneren Antreiber zu Freunden und verbündeten zu machen:

Schritt 1: Lerne deine inneren Antreiber kennen

Schritt 2: Höre deinen inneren Antreibern zu und wertschätze sie.

Schritte 3: Schließe Freundschaft mit ihnen.

Sei dir selbst ein guter Freund in jeder Beziehung.
Du bist deine wichtigste Ressource.
Dein Leben lang.

Wenn du mehr über die inneren Antreiber erfahren möchtest kann ich dir folgende Ressourcen mit Netz empfehlen:

Felicitas Heyne: Kennst du deine inneren Antreiber?
https://www.ipersonic.de/blog_files/Kennst-du-deine-inneren-Antreiber.html

Mathias Hofmann Louisa Reisert Dr. Gerlind Pracht: Das Modell der „Inneren Antreiber“
http://www.shsconsult.de/wp-content/uploads/2017/02/131023_InnereAntreiber_TrainerKit-funal.pdf

Antreiber Test:
http://www.relax-and-power.de/downloads/antreiber-test.pdf

Wolfgang Bretschko
Unternehmer aus Leidenschaft, Gründer COCOQUADRAT
Coach und Consultant mit langjähriger Managementerfahrung

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